Das aktuelle Wetter Bottrop 12°C
Finanzen

Ohne RWE-Dividende fehlen in Bottrop 320.000 Euro

17.02.2016 | 18:29 Uhr
Ohne RWE-Dividende fehlen in Bottrop 320.000 Euro
Die Zentrale des RWE-Konzers in Essen.Foto: dpa/Bernd Thissen

Bottrop.   RWE-Vorstand will Ausschüttung für Stammaktien streichen. Gut 530 000 sind bei Bäderbetrieb und Vestischer eingelegt. Höherer städtischer Zuschuss.

Die Ankündigung des RWE-Vorstandes, die Dividende für Stammaktien in diesem Jahr streichen zu wollen, dürfte auch für Bottrop Folgen haben. Wolfgang Große-Wilde, Fachbereichsleiter Finanzen, beziffert die befürchteten Verluste für den Sport- und Bäderbetrieb, wo gut 456 000 RWE-Aktien der Stadt eingelegt sind, auf knapp 274 000 Euro. Bei der Vestischen (76 280 eingelegte Aktien) wären es rund 46 000 Euro.

In beiden Fällen müsste das Minus – insgesamt 320 000 Euro – durch die Stadt ausgeglichen werden. Ob in voller Höhe, hängt von bestimmten anderen Einnahmen ab. „Das Haushaltsdefizit wird entsprechend größer sein“, so der Fachbereichsleiter. Er weist darauf hin, dass zunächst noch die RWE-Hauptversammlung im April dem Streichungsvorschlag zustimmen muss.

Mit Blick auf die geschäftlichen Entwicklungen bei dem Energie-Konzern war die Dividenden-Erwartung bei der Stadt schon zurückgeschraubt worden. „Wir hatten für 2016 zunächst einen Euro pro Aktie eingeplant und sind dann auf 60 Cent heruntergegangen“, berichtet Große-Wilde. Immerhin hatte man also für die rund 456 000 Wertpapiere beim Sport- und Bäderbetrieb knapp 274 000 Euro Dividende erwartet. „Dass nun gar nichts gezahlt werden soll, überrascht uns“, sagt Große-Wilde. In Fachkreisen sei von einer Dividende zwischen 50 bis 80 Cent pro Papier ausgegangen worden.

Zum Vergleich: 2014 und 2015 war jeweils ein Euro pro RWE-Wertpapier ausgeschüttet worden, das brachte pro Jahr 532 910 Euro an Einnahmen. 2009 zahlte RWE noch 4,50 Euro pro Aktie, also fast 2,4 Millionen Euro.

Stiftungen betroffen

Große-Wilde macht darauf aufmerksam, dass auch 1500 RWE-Stammaktien in der Söller-Stiftung stecken sowie 45 000 Stammaktien plus 45 000 RW-Holding-Aktien in der Wilhelm-Stottrop-Stiftung. „Bei der Stottrop-Stiftung resultiert ein Großteil der Einnahmen aus der Dividende von RWE“, macht der Experte deutlich. „Wenn diese komplett wegfallen, tut’s weh. Das würde auch die Stadt nicht ausgleichen.“ Die Stottrop-Stiftung zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in besonderen Notlagen.

Sicherlich wird diese aktuelle Entwicklung die Diskussion über einen möglichen Verkauf der RWE-Aktien befeuern. Das Thema ist längst für die nächste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 23. Februar gesetzt. Beraten werden soll, wie weiter mit den RWE-Aktien verfahren wird. „Es war immer eher eine strategische Beteiligung der Kommune an RWE“, ordnet Große-Wilde ein.

Nina Stratmann

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Presserundgang
Bildgalerie
Grusellabyrinth
Michaelismarkt
Bildgalerie
Bottrop im Mittelalter
Jubiläum
Bildgalerie
125 Jahre FF Alt-Bottrop
article
11574195
Ohne RWE-Dividende fehlen in Bottrop 320.000 Euro
Ohne RWE-Dividende fehlen in Bottrop 320.000 Euro
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/ohne-rwe-dividende-fehlen-in-bottrop-320-000-euro-id11574195.html
2016-02-17 18:29
Bottrop