Offener Sonntag ist umstritten

Eine Impression der Innenstadt von Dienstag. Am Sonntag zum Pferdemarkt hoffen die Händler auf viele Kunden, die durch die Fußgängerzone bummeln.
Eine Impression der Innenstadt von Dienstag. Am Sonntag zum Pferdemarkt hoffen die Händler auf viele Kunden, die durch die Fußgängerzone bummeln.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf der Facebook-Seite der Lokalredaktion diskutieren Gegner und Befürworter über den Einkauf am Sonntag. Beide Seiten haben nachvollziehbare Argumente.

Bottrop..  Am Sonntag ist Pferdemarkt in der Stadt. Zeitgleich öffnen die Geschäfte und bieten den Bottropern die Möglichkeit, auch sonntags einzukaufen. Die Ankündigung des verkaufsoffenen Sonntags ist auch auf der Facebook-Seite der Lokalredaktion veröffentlicht worden. Dort hat sich dann eine Diskussion über Sinn oder Unsinn verkaufsoffener Sonntage entwickelt, die wir hier in Ausschnitten wiedergeben.

Ein Leser argumentiert dort aus Sicht der Kaufleute. Ihnen sollte es freigestellt sein, auch sonntags zu öffnen. „Verkaufsoffene Sonntage ermöglichen es den Bottroper Einzelhändlern, zusätzliche Umsätze zu generieren, um Arbeit zu erhalten bzw. neue zu schaffen.“ Dann verweist er auf das veränderte Einkaufsverhalten – im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Waren rund um die Uhr im Internet. Dagegen sei ein verkaufsoffener Sonntag eine Möglichkeit, „dem Einzelhandel vor Ort den Rücken zu stärken, weil sie den Menschen eine Alternative außerhalb der traditionellen Ladenöffnungszeiten bieten.“

Gerade das Argument zusätzlicher Umsätze stellt ein anderer Leser infrage. Sein Argument: „Sechs Tage die Woche sollten reichen, niemand kauft mehr, nur weil sonntags alle geöffnet haben. Es reichen meiner Ansicht nach die ohnehin langen Öffnungszeiten.“ Dem schließt sich eine Leserin an, hat aber noch eine Idee: „Es würde doch auch reichen, wenn man jeden ersten Freitag im Monat bis 24 Uhr shoppen gehen kann. Die Arbeitnehmer brauchen wenigstens einen Tag Pause.“

An die Angestellten denken auch andere Leser. Einigen wird es zu viel, was die ausgedehnten Öffnungszeiten angeht. Ein Leser erinnert sich: „In meiner Kindheit gab es in den Bottroper Außenbezirken und auch in Teilen der Innenstadt noch ,Mittagsruhe’, abends wurde um 18.30 Uhr geschlossen. samstags war, mit Ausnahme des ,langen Samstags’ und der Adventssamstage ab 14 Uhr Wochenende.“ Er gibt zu, dass das heute undenkbar wäre, doch auch das habe funktioniert, so seine Einschätzung, der sich andere anschließen. Für eine Einschränkung verkaufsoffener Sonntage auf zwei im Jahr – begleitend zu Events – spricht sich ein Leser aus. Dagegen raten andere, diejenigen nicht zu vergessen, die unter der Woche lange arbeiten oder unregelmäßige Arbeitszeiten haben und einfach keine Zeit zum ausgiebigen Einkauf haben – außer eben sonntags.

Die Debatte zeigt, dass der offene Sonntag durchaus umstritten ist. Beide Seiten haben sachliche Argumenten. Letztlich ist es wohl so, wie eine Leserin sagt: „Nur, weil sonntags Geschäfte geöffnet sind, wird doch keiner gezwungen, einkaufen zu gehen.“