Nur jedes sechste Kind nutzt Vorsorge

Vorsorgeuntersuchungen werden im Grundschul- und Jugendalter kaum in Anspruch genommen: Nur jedes sechste Schulkind geht zur Vorsorge, bei den 16- bis 17-Jährigen nimmt bloß ein Prozent die vorbeugende Untersuchung beim Arzt wahr. Das ergab eine Auswertung der Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse.

„Es ist Besorgnis erregend, dass Vorsorgeuntersuchungen von nur so wenigen Kindern und Jugendlichen genutzt werden“, sagt Alfred Tatura von der KKH, zuständig für Bottrop. Dabei übernimmt die KKH im Regelfall die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen. Und trotzdem: Lediglich 15 Prozent der KKH-Versicherten in der entsprechenden Altersgruppe beanspruchen die Untersuchungen U10 (7- bis 8-Jährige) und J1 (12- bis 14-Jährige). Zur U11 (9- bis 10-Jährige) gehen nur 13 Prozent und die J2 (16- bis 17-Jährige) wird von lediglich einem Prozent wahrgenommen. Das Vorsorgeinteresse nimmt also mit steigendem Alter des Kindes ab.

Dabei ist gerade die Grundschul- und Jugendzeit eine sensible Phase, in der vor allem schulische Probleme auftreten können. „Ursachen für Lernschwierigkeiten, mangelnde Konzentration und Verhaltensauffälligkeiten werden bei Vorsorgeuntersuchungen oftmals aufgedeckt“, so Tatura.