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Ausbau der A 52

Nur eine Transitroute geplant

18.02.2009 | 18:58 Uhr

Ausbaugegner glauben nicht an Entlastung, sondern sehen weitere Belastungen auf sich zukommen. Fachmann kritisiert Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Kritik an der Umweltverträglichkeitsuntersuchung zum Neubau der A 52 kommt vom (freiberuflichen) Landschaftsarchitekten Stephan Müller. Mit seinen Vorwürfen der unzureichenden Berücksichtigung von Umweltinteressen liegt er voll auf der Linie der Interessengemeinschaft „Stoppt A 52”, die sich durch die Ergebnisse seiner Auswertung nur bestätigt sieht.

Müller, der der IG nicht angehört, sondern als Gladbecker über die Diskussion zum B 224-Ausbau aus seiner Heimatstadt zu den Bottroper Ausbaugegnern in Kontakt kam, sieht Umwelteinflüsse nicht ausreichend beachtet. Der Lärmschutz sei zu gering ausgelegt und orientiere sich nicht - wie nötig - am Endausbau der Autobahn mit dem gesamten Lückenschluss der A 52. „Das wird eine richtige Transitroute bzw. eine Nord-Süd-Verbindung durchs Ruhrgebiet”.

Bei dem zu erwartenden Verkehr, der ums Dreifache ansteige, werde die Schutzwand vom Lärm „überrollt”, bringe ab 50 bis 100 Meter daneben gar nichts mehr. Jasmin Jendroska aus dem Kreis der Ausbaugegner ergänzt, dass zum Krach der Autos auch der der Züge komme. Denn die Trasse für die Bahn werde um einen Meter angehoben, was durch den Aufprall des Bahnlärms auf die Schutzwand die Geräusche verstärke.

Die Luftbelastungen - z.B. durch Feinstaub - seien auch zu wenig berücksichtigt worden, so Müller: „Da kann es dann unter der angekündigten Verschärfung der Gesetze passieren, dass auf Grund der schlechten Werte die Zufahrtsstraßen wie die Horster Straße und die Prosperstraße schon durch die Hintergrundbelastung der Autobahn gesperrt werden müssen.” Die Umweltuntersuchung beschränke sich zudem nur auf die Trasse - „der Belastungskorridor ist aber viel breiter”.

Außerdem werde durch den Zubringer quer durchs Kraneburger Feld enorm viel Fläche in diesem sensiblen (ohnehin zu ungenau untersuchten) Bereich vergeudet. Dass diese Straße so und nicht anders angelegt worden sei, legt für Michael Gerber den Verdacht nahe, dass die Stadt mit dem Landesbetrieb Straßenbau die Straße zur Erschließung des auf dem Kraneburger Feldes geplanten Gewerbegebietes abgesprochen habe.

Stephan Müller bezweifelt ohnehin, dass das Bottroper Teilstück zwischen A 42 und A 2 (in Essen und Gladbeck gibt es noch keine Beschlüsse) einen eigenen Verkehrswert habe wie immer betont werde. „Die Staus werden bleiben, vor und hinter dem Ausbau gibt es doch dann die Engpässe.”

Für ihn entspringt der Ausbauwille nicht dem Wunsch, Staus auf der B 224 zu vermeiden, sondern dem nach der Transitroute in der Autobahnplanung. „Dieser unnötige Autobahnausbau ist aber ein Eingriff in den Lebensraum - nicht des Feldhamsters, sondern des Menschen.”

Helga Pillar

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26.02.2009
18:17
Nur eine Transitroute geplant
von schloppke | #4

@ Hormon_Bob:

Vorsicht mit der Aussage, die Essener würden nicht mitmachen - hier gibt es jede Menge Zoff über die Frage, inwieweit euer Abschnitt dafür herhalten muß, in Essen Druck für den Lückenschluß aufzubauen.

Holzauge sei wachsam...

21.02.2009
12:15
Nur eine Transitroute geplant
von fields | #3

Was wollen die Befürworter der A 52 einsparen? Zeit und Spritkosten ? Wohl kaum, der Verkehr wird sich noch mehr stauen , eben weil nur Bottrop mitmacht. Dann muss man mal bedenken wie viel Zeit der ganze Um und Ausbau benötigt. Und wer sagt denn, dass es schneller geht? Träumt weiter. Abgesehen von den ganzen Giften, Blei und Feinstaub. Da nützt auch keine Lärmschutzwand. Unverantwortlich unseren Kindern und Enkeln gegenüber. In einigen Jahren gibt es nur noch Autobahnen und Gewerbegebiete. Zum Spielen müssen sie wahrscheinlich auf die begrünten Lärmschutzwände klettern. Sind wir im Ruhrgebiet nicht genug gebeutelt. Industrie, Gewerbe Autobahnen. Atemwegserkrankungen und Krebs sind vorprogammiert. Aber egal, Hauptsache vielleicht 10 Minuten weniger im Stau stehen.

19.02.2009
11:47
Nur eine Transitroute geplant
von Bürgerdemokrat | #2

#1 @Hormon_Bob
Lärmschutzwand nur wenn eine Transit - Autobahn gebaut wird ?
Warum stehen denn dann in Gladbeck heute schon an der gleichen Strecke Lärmschutzwände ?
Sind Bottroper Bürger 2. Klasse ?
...oder will man die Bottroper Bürger einfach nur für doof verkaufen ?
Fragen über Fragen, auf die die große Politik in Bottrop scheinbar keine Antwort hat.

19.02.2009
10:01
Nur eine Transitroute geplant
von Hormon_Bob | #1

Ich fahre jeden Morgen über die 224 von Bottrop nach Essen und ich kann nicht sehen was mir diese Autobahn bringen soll. Hier wird leider wieder für Überflüssigen Straßenbau (Gladbeck und Essen machen nicht mit) Millionen Euro an Steuergeldern verpulvert.

Ich hoffe das der SPD bei der nächsten Kommunalwahl auch mal eine Quittung für dieses arrogante Verhalten präsentiert wird.

Warum setzt man sich hier einfach über die Bürger Interessen hinweg und warum kriegen die Anwohner die Lärmschutzwand nur dann falls die Autobahn gebaut wird.

Das ist Erpressung.

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