Nun ist wieder ein Tunnel für die A 52 auf Gladbecker Gebiet im Gespräch

Fünf Tage vor dem WAZ-Forum mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) zum kontrovers diskutierten A 52-Ausbau in der Nachbarstadt Gladbeck nimmt die Diskussion dort offensichtlich eine neue Richtung. Denn wie Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär (CDU) im Bundesverkehrsministerium, gegenüber der WAZ bestätigte, bietet der Bund weiterhin einen Komplettausbau mit Tunnel als Anschluss der A 52 auf Gladbecker Gebiet an. Das hatte zuvor der örtliche Bundestagsabgeordnete Sven Volmering aus Gesprächen mit Ferlemann verlauten lassen.

Konkret sagte Ferlemann zur WAZ: „Ich habe den damals erarbeiteten Kompromissvorschlag habe er stets für eine sehr gute Lösung auch im Sinne der Gladbecker Bürger gehalten. Deshalb habe ich das Vorhaben für den Bundesverkehrswegeplan, der in diesem Jahr neu aufgestellt wird, als vordringlichen Bedarf angemeldet. Wenn das Vorhaben nicht drin ist, passiert bis 2030 gar nichts mehr.“ Sollte das A 52-Ausbauprojekt in der Form dann umgesetzt werden, stünden laut Staatssekretär auch die Finanzmittel wieder zur Verfügung. „Die werden ja je nach Bauprojekt bereit gestellt“, so Ferlemann. Dass diese Mittel (ca. 110 Mio Euro) nach dem ablehnenden Ratsbürgerentscheid anderweitig verwendet worden seien, spiele dann keine Rolle. Ebenso wie der aktuell geplante Teilausbau diese Entwicklung nicht behindern würde. „Sinnvoll wäre es , den zweiten Abschnitt gleich mit durchzuziehen.“

Auch das NRW-Verkehrsminister erklärt zu den neuen Signalen aus Berlin: „Das Land steht zum seinerzeit erarbeiteten Kompromissvorschlag.“

Das „Bürgerforum Gladbeck“ dagegen bleibt skeptisch, „Die Äußerung eines Parlamentarischen Staatssekretärs bedeutet noch nicht, dass der Bund zu einem Tunnel durch Gladbeck und zu irgendeinem Kompromiss steht“, schreibt Vorsitzender Matthias Raith in einem offenen Brief an Sven Volmering. Er verweist auch auf Erläuterungen zum aktuellen Planfeststellungsantrag, in denen es u.a. heißt, dass laut einer Pressemitteilung des NRW-Verkehrsministers eine Tunnellösung durch Gladbeck nicht mehr verfolgt werden solle.