Notfallgruppen geraten zum Stresstest für Kinder

Bei manch einer Familie hat der Kita-Streik das Familienleben auf den Kopf gestellt: „Ich bin auf die Notfallgruppe angewiesen, weil mein Mann und ich berufstätig sind“, sagt Stefanie Sporkmann, als sie ihre Kinder aus der Kita Im Brinkmannsfeld abholt. „Aber hier ist der Rhythmus der Kinder völlig durcheinander geraten“. In der Notfallgruppe sei so viel Neues auf sie zugekommen, dass ihre Kinder Eva (3) und Paul (1) keine Ruhe mehr für ihren Mittagsschlaf gefunden hätten. „Hier sind fremde Betten, fremde Leute, es gibt einen anderer Tagesablauf“, sagt die Mutter. Zumindest hätten Eva und Paul die Umgewöhnung im Vergleich zu anderen Kindern noch gut weggesteckt: „Ich kenne Mütter, die ihre Kinder bewusst zuhause gelassen haben, weil sie wissen, dass sie die Veränderung nicht verkraften.“

Ein Problem, das für Mutter Saloua Hida keine Rolle spielt. Ihr fünfjähriger Sohn konnte sich schnell in die Notfallgruppe Im Brinkmannsfeld eingewöhnen. „Er fühlt sich hier sehr wohl“. Hida arbeitet täglich halbtags, von 8 bis 14 Uhr, die Notfallgruppe war ihre „einzige Option“. Ihre zwei Kinder – das andere ist zehn Jahre alt – erzieht sie alleine. „Auch in der Familie habe ich niemanden, der aufpassen kann.“ Da könne sie von besonderem Glück sprechen, dass ihr Kind kein Problem mit der plötzlichen Veränderung habe.