Nördliche City im Wandel

Trapez mit Fußgängerzone Gladbecker Straße
Trapez mit Fußgängerzone Gladbecker Straße
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Anwohner können bei der Modernisierung der Innenstadt mitmachen und mitreden. Stadt zahlt Hauseigentümern Zuschüsse. Bürgerversammlung geplant

Bottrop..  Die Fußgängerzone an der Gladbecker Straße soll zu einem Tor zur Innenstadt werden. Durch die Modernisierung der Einkaufsmeile sollen neben den Anwohnern vor allem die Studierenden und Lehrenden der Hochschule Ruhr West oder zum Beispiel auch die Mitarbeiter des Finanzamtes oder der Polizei in Nähe der historischen Kreuzkamp-Kapelle einfacher zu Fuß in die City gelangen.

Bei der Umgestaltung der kleinen Fußgängerzone setzt die Stadt wie bei der Erneuerung der nördlichen Innenstadt insgesamt auf eine möglichst große Beteiligung der Bürger. Sie sollen mitreden, aber auch selbst etwas tun können, indem sie zum Beispiel die Fassaden ihrer Häuser oder die Höfe verschönern.

In der nördlichen Innenstadt sollen in den nächsten drei Jahren die alten Pflastersteine auf den Fußwegen ausgetauscht werden, wertvollere Bäume gepflanzt und attraktive Spielplätze gebaut werden. Innovation City steht dabei nicht nur Pate, mit Hilfe des Modellprojektes erhält die Stadt mehr Fördergelder vom Land. „Dann sollten wir das auch nutzen“, signalisiert Franz Ochmann für den Stadtumbau die Unterstützung der SPD, Frank Kien stimmte für die CDU zu.

Denn die Erhöhung der Förderquoten führt zum Beispiel auch dazu, dass die Stadt keinen Cent für die Verschönerung der für das Stadtbild womöglich bedeutsamen Fassaden und der Renovierung von Höfen aufwenden muss. Denn die auf 90 Prozent erhöhten Fördergelder kann die Stadt als Zuschüsse an die Bürger verteilen. Die Anwohner übernehmen dafür quasi den Zehn-Prozent-Eigenanteil der Stadt, den diese sonst leisten müsste, um überhaupt an das Geld aus Düsseldorf zu kommen.

Und das geht so: Wer 10 000 Euro für die Modernisierung seiner 200 Quadratmeter großen Fassade ausgeben will, kann 4500 Euro an Zuschüssen bekommen, wenn er 500 Euro selbst dazu zahlt. Rechnerisch wird so die Hälfte seiner Fassadenerneuerung durch Landesgelder finanziert. Ähnlich funktioniert dies auch bei der energetischen Sanierung von Häusern. Das Modernisierungsprogramm stößt bei den Bürgern auf einiges Interesse. Bis gegen Ende des vorigen Jahres waren Förderanträge im Umfang von über 1,2 Millionen Euro bei der Verwaltung eingegangen.

Außer mittun können Hauseigentümer, aber auch Mieter auch mitreden. So werden die Ideen und Konzepte zum Beispiel für die Erneuerung der kleinen Fußgängerzone an der Gladbecker Straße auf einer Bürgerversammlung vorgestellt.