Nicht nur Vestische in Bottrop spart beim Tanken viel Geld

Auch Heiztanks lassen sich gerade günstig befüllen.
Auch Heiztanks lassen sich gerade günstig befüllen.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Die Preise für Benzin und Diesel befinden sich im Sinkflug. Die Autofahrer freut's. Und auch Heizöltanks lassen sich derzeit billig befüllen.

Bottrop.. Der niedrige Ölpreis lässt dieser Tage die Verbraucher frohlocken, allen voran die Autofahrer: Donnerstagabend war der Liter Diesel beim billigsten Anbieter in Bottrop für 1,04 Euro zu haben, Super konnte ab 1,20 Euro getankt werden.

Zu den Gewinnern dieser Spritpreis-Talfahrt zählen vor allem die Vielfahrer – wie die Vestische: „Wir verbrauchen sehr viel Kraftstoff und sind davon stark abhängig“, sagt Pressesprecher Norbert Konegen. Insgesamt sieben Millionen Liter Diesel kämen pro Jahr zusammen. Entsprechend deute sich an, „dass wir im Wirtschaftsergebnis deutlich besser als geplant abschneiden“, sagt Konegen mit Blick auf das Jahr 2014: Die Einsparungen bewegten sich „sicherlich im sechsstelligen Bereich“. Wobei die Vestische grundsätzlich zu günstigeren Konditionen ihren Diesel bezieht als der Otto-Normal-Autofahrer.

Doch nicht nur der Fahrzeug-, sondern auch der Heizöl-Tank lässt sich zurzeit besonders günstig füllen. Laut Verbraucherzentrale NRW liegt der Preis für 100 Liter Heizöl derzeit bei etwa 50 Euro (macht für einen Liter Heizöl 50 Cent).

Vor Ort hat Heike Student, Geschäftsführerin von Brennstoffe Weddeling, diese Erfahrung gemacht: „Im Gegensatz zum Herbst zahlt man jetzt circa 20 Euro weniger pro 100 Liter Heizöl.“ Ein geradezu historischer Tiefstand, „zu meiner Zeit habe ich das noch nicht erlebt, und ich bin seit zehn Jahren dabei“, so Student. Der Preis unterliege Schwankungen, könne sich praktisch stündlich ändern – so habe es von Mittwoch auf Donnerstag wieder eine Erhöhung gegeben.

"Die Preise sind gefallen wie die Blätter im Herbst"

Das bestätigt Hubert Hegemann, Geschäftsführer bei der Bäuerlichen Genossenschaft. Laut seiner Aussage lag der Heizöl-Preis am Mittwoch bei 53 Cent pro Liter und am Donnerstag fast bei 54 Cent. Indes: Im Sommer hätte man noch 80 bis 85 Cent inklusive Mehrwertsteuer gezahlt. „Die Preise sind gefallen wie die Blätter im Herbst.“

Was nicht heißt, wie die Heizöllieferanten übereinstimmend berichten, dass die Kunden nun Schlange stünden oder es gar Lieferengpässe gebe. Aber viele, die noch Platz haben im Tank – im bisher nicht geraden strengen Winter wurden sicher noch keine Rekordmengen verbraucht – tanken bei diesen günstigen Preisen jetzt auf Vorrat nach.

"Viele Faktoren beeinflussen die Preise"

Hegemann weiß: „Der Kunde hofft auf weiter fallende Preise.“ Doch wie sich der Ölpreis entwickelt, das vermag niemand genau zu sagen. Hegemann verweist auf Experten-Prognosen, wonach es im ersten und zweiten Quartal günstig bleiben soll. Aber: „Wir haben viele Faktoren, die die Preise beeinflussen. Keiner kann in die Glaskugel schauen.“ Ein Wintereinbruch würde die Preise etwas verändern, so Hegemann, „aber ich glaube nicht sehr viel.“ Aus der Verbraucherzentrale NRW heißt es: „Eins ist sicher: Der Ölpreis wird wieder hochgehen, die Frage ist nur, wann.“