Neustart für ein Bottroper Markenzeichen

Das Bottroper Kammerorchester im „Klangturm Malakoff“.
Das Bottroper Kammerorchester im „Klangturm Malakoff“.
Foto: Peggy Mendel
Was wir bereits wissen
Nach dem Rückzug von Kai Röhrig machte sich die Kulturszene Sorgen um die Zukunft des Bottroper Kammerorchesters. Jetzt ist klar: Das BKO wird bleiben

Das Bottroper Kammerorchester (BKO) soll auch nach dem Rückzug seines langjährigen Dirigenten Kai Röhrig ein Markenzeichen für zeitgenössische und Avantgarde-Musik auf hohem Niveau bleiben. Die Kulturverwaltung und der Förderverein des Orchesters haben sich auf ein Konzept geeinigt, nach dem die Stadt sich künftig stärker engagieren will. Es soll nächsten Freitag dem Kulturausschuss vorgestellt werden, der die Neuausrichtung des BKO beschließen muss.

Als Dirigent Kai Röhrig im April überraschend seinen Abschied verkündete, gab es große Sorgen um die 1950 gegründete Bottroper Eigenmarke Kammerorchester, das unter Röhrigs Leitung und mit Hilfe des engagierten Fördervereins immer wieder spektakuläre Produktionen gestemmt hatte wie die Uraufführung der Oper „The Lighthouse“ 2011. Zudem entstand in Zusammenarbeit mit der Kulturverwaltung unter Röhrigs Dirigat die neue Konzertreihe „Klangturm Malakoff“.

Röhrigs Abschied war kein Abgang im Streit. Er bedankte sich im Gegenteil in einem Schreiben für die langjährige gute Zusammenarbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, durch seinen Weggang Platz zu schaffen für eine „konzeptionelle Neuausrichtung“. Dieses neue Konzept haben Kulturamt und Förderverein jetzt erarbeitet und legen es dem Kulturausschuss vor. Das Orchester wird mit Profi-Musikern und Profi-Dirigenten weiter machen und soll auch künftig den „Klangturm“ bespielen.

Dafür will das Kulturamt mit Unterstützung des Fördervereins projektbezogen Musikprofis aus den Reihen der Musikschul-Absolventen und Dozenten zusammen stellen für jährlich ein bis zwei Konzerte mit dem Schwerpunkt Neue Musik und Avantgarde. Weitere Perspektive: Falls es zur Gründung eines Sinfonieorchesters an der Musikschule kommt, könnten aus diesem Ensemble mittelfristig weitere Musiker an das Repertoire des Kammerorchesters heran geführt werden.

Mit dieser Neuausrichtung, die Dezernent Willy Loeven dem Kultruausschuss vorschlägt, sieht das Kulturamt „die realistische Möglichkeit, die Traditionseinrichtung Bottroper Kammerorchester für die Kulturlandschaft Bottrop zu erhalten und die Programmkonzeption weiter zu entwickeln“. Das BKO soll so als Dachmarke erhalten werden. Klar ist allerdings: Städtische Mittel werden auch weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Das Orchester wird vor allem auf Drittmittel angewiesen sein.