Neuer Chefarzt hat Kinderorthopädie im Blick

Dr. Thomas Lichtinger ist der neue Chefarzt der Klinik für Orthopaedie im Marienhospital Bottrop.
Dr. Thomas Lichtinger ist der neue Chefarzt der Klinik für Orthopaedie im Marienhospital Bottrop.
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Was wir bereits wissen
Dr. Thomas Lichtinger ist der neue Chefarzt der Klinik für Orthopädie im Marienhospital. Zukünftig will er hier auch die Fußchirurgie etablieren.

Bottrop..  Er hat die Mobilität seiner Patienten, ihre Knochen und Gelenke im Blick. Dr. Thomas Lichtinger ist neuer Chefarzt der Klinik für Orthopädie im Marienhospital Bottrop. „Die Klinik ist gut aufgestellt“, freut sich der gebürtige Münchner und verweist auf das im vergangenen Jahr zertifizierte Endoprothetik-Zentrum. „Zudem sind Engagement und Motivation der Mitarbeiter hoch, und die Arbeit wird vom Teamgeist geprägt.“

Ursprünglich im Süden Deutschlands zu Hause, fühlt sich Thomas Lichtinger im Ruhrgebiet sehr wohl und muss dieses jetzt auch nicht neu entdecken: Bereits sein Medizinstudium führte ihn nach Essen und Bochum, und 14 Jahre arbeitete er als Assistenz- und Oberarzt am Universitätsklinikum in Essen. Zuletzt war der 49-Jährige als Chefarzt der Orthopädischen Klinik im Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh tätig. „Aber das Ruhrgebiet lockte mich“, meint der Chefarzt schmunzelnd. „Hier wird viel geboten, ich schätze das gute kulturelle Angebot.“ Allerdings - und da schlägt der Münchner durch - „fehlen mir doch ein bisschen die Berge.“

Seine besonderen Qualifikationen in Rheumatologie, Kinderorthopädie, Sportmedizin, Chirotherapie und Fußchirurgie will Thomas Lichtinger in die Arbeit der Orthopädischen Klinik im Marienhospital einfließen lassen. „Die Versorgung von Hüft-, Knie- und Schultergelenken ist bereits ein Schwerpunkt der Klinik. Ich möchte auch die Fußchirurgie - also die operative Korrektur von Deformitäten des Fußes - hier auf ebenso hochqualifizierten Niveau verfestigen“, nennt der Chefarzt eines seine Ziele.

Eine Besonderheit des MHB sei zudem die große Kinderklinik. „Hier strebe ich eine Kooperation an, denn die Kinderorthopädie ist mir ein besonderes Anliegen“, so Lichtinger. Schon im frühen Säuglingsalter könnten so beispielsweise die Behandlungen der Hüftdysplasie und des Klumpfußes durchgeführt werden.

Dem weit verbreiteten Vorwurf, dass gerade im orthopädischen Bereich zu viel operiert würde, steht der neue Chefarzt kritisch gegenüber. „Das ist ein schwieriges Thema. Sicherlich wird in Deutschland mehr operiert als in anderen Ländern, andererseits gibt es aber auch viele gute Möglichkeiten, den Menschen wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen und auch die Ansprüche der Patienten sind gestiegen“, meint Lichtinger. Bei der Versorgung mit künstlichen Gelenken habe man vor einigen Jahren noch schneller operiert, heute warte man länger. Bei den Endoprothesen kommen hochwertige Implantate zum Einsatz, die nur einem minimalen Abrieb unterliegen. „90 Prozent dieser künstlichen Gelenke halten etwa 15 Jahre“, so Lichtinger.

Mit Blick auf die Operationstechniken beobachtet der Mediziner einen starken Wandel. „Damit die Implantate besser eingepasst und letztlich besser sitzen, werden beispielsweise die Hautschnitte heute wieder etwas größer gemacht.“

Problematisch sieht Lichtinger die Zukunft der Orthopädie: „Der Nachwuchs fehlt!“ Die Anzahl der Schulabgänger sinke und der Anteil der Frauen unter den Abiturienten steige. „Frauen studieren zwar Medizin, spezialisieren sich aber nicht im Fachbereich Orthopädie“, so Lichtinger. Für ihn selbst liegt der Reiz der Orthopädie darin, dass „man alles sehen und sich vorstellen kann.“