Neue Verträge umgehen den Mindestlohn

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten befürchtet Tricksereien von Arbeitgebern, die wegen des gesetzlichen Mindestlohns ihren Mitarbeitern jetzt neue Verträge vorlegen. „Vorsicht ist geboten“, sagt Yvonne Sachtje, Geschäftsführerin der NGG-Region Ruhrgebiet. Einige Arbeitgeber wollten auf diese Weise Mehrausgaben beim Lohn auf die Beschäftigten abwälzen.

Vorher beraten lassen

„Konkret sieht das dann so aus, dass die Betriebe kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld mehr zahlen“, sagt Sachtje. Auch Nachtzuschläge oder Extrazahlungen für Sonn- und Feiertagsarbeit könnten in einem neuen Arbeitsvertrag gestrichen werden.

„Der Beschäftigte zieht dabei den Kürzeren: Anstatt mehr Geld durch den gesetzlichen Mindestlohn zu verdienen, steht er keinen Cent besser oder sogar noch schlechter da“, warnt die NGG. Sie erwartet, dass etliche Beschäftigte aufgefordert werden, neue Arbeitsverträge zu unterschreiben. Alle Betroffenen sollten sich vorher beraten lassen.