Neue Verordnung führt zu Styropormüll im Wald

Weil Styropor seit Anfang Oktober gesondert entsorgt werden muss, liegen im Wald an der B224 Berge von Müll.
Weil Styropor seit Anfang Oktober gesondert entsorgt werden muss, liegen im Wald an der B224 Berge von Müll.
Foto: Dietmar Neumann
Was wir bereits wissen
  • In einem Waldstück an der B224 liegen Berge von Styropormüll.
  • Der Grund: Der Dämmstoff gilt seit Anfang Oktober als Sondermüll.
  • Die Best wird die illegale Müllkippe an der Bundesstraße aufräumen

Bottrop..  Im Wald an der B224 liegen Berge von Styropor. Grund: Seit dem 1. Oktober gilt das Material als Sondermüll. Wegen einer EU-Verordnung gelten Dämmstoffe, die das Flammschutzmittel HBCD enthalten, als gefährlich und umweltschädlich und müssen deshalb gesondert entsorgt werden. Die Kosten sind folglich angestiegen – bis zu 7000 Euro pro Tonne sollen Entsorger verlangen. Zum Vergleich: vorher waren bis zu 250 Euro pro Tonne fällig.

Das Problem betrifft besonders die Dachdecker der Stadt, die das Material zur Wärmedämmung verwenden. Der Dachdeckerverband Nordrhein empfiehlt sogar, keine Sanierungsarbeiten mehr zu beginnen. Die Bottroper Firma Schmitz vermeidet deshalb seit Anfang Oktober Aufträge in diesem Bereich entgegenzunehmen. „Das Problem sind die enormen Preise. Statt 1000 Euro müssen die Kunden nun mit dem zwanzigfachen für die Entsorgung rechnen.“, sagt Geschäftsführer Dirk Wächtenbruch. „Weil das kaum ein Bauherr zahlen kann, wird das in Zukunft viele Aufträge und Arbeitsplätze kosten.“

Auch Dachdeckermeister Elwis Kramar hat die Arbeit mit Styropor seit Einführung der neuen Regelung eingestellt. „Die Entsorgungsunternehmen wissen nicht mal genau über die Preise Bescheid“, so Kramar. „Wie soll ich ein Dach kalkulieren, wenn ich die Preise nicht nennen kann.“

Kramar hat den angefallenen Müll bisher bei der Bottroper Firma Knümann entsorgt. Das Unternehmen um Hubert Knümann nimmt jedoch kein Styropor mehr an. „Wir können das, solange sich die Lage nicht ändert, nicht weiter entsorgen. Keine Stelle nimmt noch etwas entgegen. Das ist zu solchen Preisen einfach nicht lukrativ.“

Die Bottroper Entsorgung und Stadtreinigung (Best) nimmt bis mindestes Dezember kein Styropor mehr an ihren Recyclinghöfen an. Die Best könne ihren Kunden ebenfalls keine angemessenen Preise anbieten. „Es kann doch nicht sein, dass Styropor von heute auf morgen als schädlich eingestuft wird“, sagt Vorsitzender Uwe Wolters. „Eventuell wird der Druck auf den Gesetzgeber so groß, dass sich was ändert.“

Im Vorfeld habe die Best bereits jeglichen Styropormüll an ihre Entsorger weiter gegeben. Die illegale Müllkippe im Wäldchen an der Bundesstraße wird die Best aufräumen.