Neue Musik aus Afrika und Europa

Für die Aufführung von Salvator Sciarrinos Oper „Infinito nero“ (die WAZ berichtete) hat Dirigent Kai Röhrig nicht nur Sciarrino-Experten an den acht Instrumenten engagieren können, darunter zum Beispiel der Schlagzeuger des Abends.

Auch die Sängerin Verena Usemann hat diese fordernde Partie bereits auf der Bühne verkörpert. Sie war die am Coburger Landestheater gefeierte Maria Maddalena Pazzi, die exzentrische Nonne, deren quälende Visionen aus der Zeit um 1600, die Folie für dieses musikalische Psychogramm bilden. „Ich hatte sie vorher bereits als Orpheus in Glucks ,Orpheus und Euridike’ gehört und war begeistert“, sagt Kai Röhrig.

Aber auch der Geiger der Bottroper Aufführung, Frank Stadler, Gründer des Stadler-Quartetts, das regelmäßig u.a. bei den Salzburger Festspielen auftritt, ist Experte für zeitgenössische Musik. „Die Instrumentalisten haben zum Teil mit Sciarrino selbst gearbeitet und wissen, wie der Komponist sein Werk umgesetzt haben will“, so Röhrig. Das sei noch einmal etwas anderes, als „nur“ die Partitur zu spielen.

Neben der kurzen Oper von Salvator Sciarrino - dem beispielsweise die Salzburger Festspiele vor einigen Jahren bereits einen umfangreichen Schwerpunkt widmeten - erklingt am kommenden Samstag mit Ali Osmans Werk „Fusion 3“ für Instrumental-Ensemble eine Uraufführung aus der Feder des Sudanesen. Aus der Oper „Salomon“ des ägyptischen Komponisten Hossam Mahmoud stehen außerdem die Salomon - Fragmente, eine Suite für Solo-Violine und Instrumental-Ensemble, auf dem Programm. Sicher eine spannende Gegenüberstellung afrikanischer und europäischer Avantgarde.