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Neue Asylunterkunft ist Bottroper Stadträten zu groß

02.03.2016 | 17:40 Uhr
Neue Asylunterkunft ist Bottroper Stadträten zu groß
In den leeren Büros und Hallen des Huber-Werks an der Brakerstraße will das Land eine große Erstaufnahmestätte für Asylbewerber einrichten.Foto: Heinrich Jung

Bottrop.  Das Land plant eine Unterkunft mit 1100 Plätzen auf dem Huber-Gelände. Die SPD fordert dafür die Schließung der Flüchtlingsstätten in der Tennishalle und der Dürer-Schule.

Die womöglich bald dritte Asylunterkunft des Landes in Bottrop befindet sich schräg gegenüber der zweiten. Nur wenige Meter entfernt von der zu einer Erstaufnahmestätte für Flüchtlinge umfunktionierten Tennishalle an der Knippenburg liegt an der Brakerstraße das frühere Werksgelände der Verpackungsfirma Huber. Von hier ist die Spitze des Turms von St. Michael gut zu sehen. Im Schatten der Kirche wächst ein sehr großes Asylquartier heran: Über 1600 Flüchtlinge sollen sich hier bald aufhalten können. Das geben die Kapazitäten allein der drei Erstaufnahmestätten des Landes an der Braker-straße und der Glückaufstraße her: Für 150 Menschen auf der Flucht ist die alte Tennishalle eingerichtet. Bis zu 450 Flüchtlinge kann das Gebäude der alten Albrecht-Dürer-Schule gegenüber von St. Michael aufnehmen, und bis zu 1100 Asylbewerber will das Land demnächst in den leeren Büros und Hallen auf dem früheren Huber-Werksgeländes unterbringen.

Große Last für den Bottroper Süden

„Wir sind nicht gerade begeistert über den Standort und diese große Zahl“, entgegnete die SPD-Ratsfrau Renate Palberg auf diese Ankündigung. Die Vorsitzende des Sozialausschusses verlangt, dass das Land im Gegenzug zur geplanten Einrichtung der neuen Erstaufnahmestätte seine ersten beiden Unterkünfte auflösen wird. „Das ist unsere Hoffnung“, sagt die Ratsfrau. „Die Erstaufnahme-Einrichtungen in der Tennishalle an der Brakerstraße und in der Albrecht-Dürer-Schule müssen dann leergezogen werden. Darauf soll die Stadtverwaltung hinwirken“, fordert die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion und griff damit eine generelle Haltung der meisten Ratsparteien auf.

Kritik an Verteilung der Asylquartiere

Denn diese kritisieren ja schon länger, dass sich die Flüchtlingsheime zu sehr im sogenannten Bottroper Süden ballen. So hatte die Batenbrocker SPD-Ratsfrau Anja Kohmann erst kürzlich betont: „Es ist uns wichtig, dass die Flüchtlingsunterkünfte gerecht verteilt werden“. ÖDP-Ratsherr Johannes Bombeck hatte darauf verwiesen, dass immer mehr Anwohner Kritik an der Verteilung der Asylquartiere übe. „Die Stimmung ist leicht gereizt“, hatte Bombeck festgestellt, auch wenn er nun erklärt, dass in die künftige Landesunterkunft auf dem Huber-Gelände keine 1100, sondern womöglich „nur zweihundert bis dreihundert“ Flüchtlinge einziehen könnten. „Das ist ein fatales Signal“, weist DKP-Ratsherr Michael Gerber die Landespläne zurück: „Es kann nicht sein, dass sich 80 Prozent der Flüchtlinge im Bottroper Süden konzentrieren“.

Norbert Jänecke

Kommentare
02.03.2016
19:34
unerwünschte Kritik
von glabowski | #1

"Mögen hätt ich schon gewollt, aber dürfen hab ich mich nicht getraut." Karl Valentin

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2016-03-02 17:40
Bottrop