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Naturschutz-Akte fällt zu dick aus

23.01.2015 | 18:22 Uhr
Naturschutz-Akte fällt zu dick aus
Umweltressortchef Stefan Beckmann und Ina Olejniczak bereiteten den Landschaftsplan vor. Auch Stefan Rose (M.) arbeitete daran mit.Foto: Birgit Schweizer

Kirchhellen.  Die Bezirksvertreter sollen am Dienstag eine Empfehlung aussprechen. Doch der Bezirksbürgermeister wünscht sich mehr Zeit für Studium und Gespräche.

Einen Meilenstein für vorbeugenden Umweltschutz, so formulierte es der Bottroper Umweltressortchef Stefan Beckmann, will die Stadt mit dem neuen Landschaftsplan setzen. In dem Entwurf sind neben den 13 vorhandenen neun neue Naturschutzgebiete, 17 Landschaftsschutzgebiete und 25 Naturdenkmale aufgeführt.

Seit gut drei Jahren diskutieren Fachleute der Verwaltung mit Anwohnern, Landwirten, Unternehmen darüber, wie sich die Natur und die Erholungsräume in Zukunft entwickeln sollen. Im März soll der Rat darüber entscheiden. Jetzt haben die Kirchhellener Bezirksvertreter das Wort. Doch Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder verursacht dies ziemliche „Bauchschmerzen“.

Hunderte Seiten stark

Schnieder (CDU) hätte gern mehr Zeit fürs Aktenstudium, bevor er in der kommenden Woche dem Rat seine Empfehlung ausspricht. Das Umweltressort hatte den Bezirksvertretern wenige Tage vor ihrer Sitzung am Dienstag ein Schriftstück mit hunderten Seiten vorgelegt. „Wenn ich meinem Auftrag gerecht werden will, muss ich diese alle lesen“, sagte der Bezirksbürgermeister. Denn die Bürger haben von dem Aufruf des Teams um Umweltressortchef Beckmann ja Gebrauch gemacht, an der Beratung über den neuen Landschaftsplan teilzunehmen.

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Vor über acht Jahren den Auftrag erteilt

Das Umweltressort der Stadt erhielt Ende September 2006 den Auftrag, einen neuen Landschaftsplan zu erarbeiten. In Arbeitskreisen und an Runden Tischen berieten ihre Fachleute seither mit Naturnutzern, Land- und Forstwirtschaft, Imkerei, Fischerei, Naturschützern darüber.

Der Rat soll am 3. März 2015 die Entscheidung treffen.

Gut 90 Anwohner, Behörden, Landwirte, Firmen, Bürgerinitiativen und Vereine brachten Einwände und Bedenken gegen die Naturschutzpläne der Stadt vor, gaben Hinweise oder meldeten sich mit Anregungen zu Wort. Punkt für Punkt nehmen die Mitarbeiter der Stadt dazu in ihrem Schriftstück Stellung. „Es gibt zig Einwände. Diese reichen von landwirtschaftlichen Betrieben bis hin zum Bergbau. Gerade Kirchhellen ist da ja betroffen“, sagte Bezirksbürgermeister Schnieder.

„Vieles davon sehe ich zum ersten Mal und muss mich damit doch jetzt erst einmal genauer befassen. Schließlich möchte ich mit gutem Gewissen eine Entscheidung treffen“, erklärte der Bezirksbürgermeister. Dazu reiche die Beratungszeit allerdings kaum aus. „Da hätte ich von der Stadtverwaltung schon mehr Fingerspitzengefühl erwartet“, merkt der Bezirksbürgermeister an.

Von den Grünen kommt Lob

Schnieder ist nicht der erste, der sich so beschwert. Auch im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz hatte es eine Reihe von kritischen Stimmen gegeben. Ratsfrau Sigrid Lange, die die Grünen auch in der Kirchhellener Bezirksvertretung vertritt, lobte den städtischen Entwurf des Landschaftsplans schon ausdrücklich. So sagte die Grafenwälderin: „Das ist ein ganz hervorragender Plan“.

Norbert Jänecke

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Naturschutz-Akte fällt zu dick aus
Naturschutz-Akte fällt zu dick aus
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2015-01-23 18:22
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