Naturschützer zählen Vögel

Ausgerüstet mit Ferngläsern zählten Nabu-Mitglieder und Naturfreunde.
Ausgerüstet mit Ferngläsern zählten Nabu-Mitglieder und Naturfreunde.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bundesweit hat der Nabu zur „Stunde der Gartenvögel“ aufgerufen. In Bottrop haben Naturfreunde im Stadtgarten die Tiere beobachtet.

Bottrop..  An der bundesweit bereits zum elften Mal durchgeführten „Stunde der Gartenvögel“ beteiligten sich am Wochenende auch in Bottrop viele Mitglieder und Freunde des Naturschutzbundes Deutschland, kurz Nabu. Dabei sollten vor allem Zahlen zu den heimischen Vogelbeständen gewonnen werden.

Von Freitag bis Sonntag beobachteten Vogel- und Naturfreunde in und um Bottrop ausgiebig Bäume und Grünanlagen: Ausgerüstet mit Ferngläsern, Stiften und Zähllisten sollten dabei alle auftauchenden Vögel vermerkt werden. Claudia Verhoeks vom Nabu: „Die Zählung hat keinen wissenschaftlichen Anspruch, soll aber trotzdem Richtwerte über den Bestand und das Vorkommen der heimischen Vogelarten liefern.“ Wichtig sei das vor allem, um etwas über Veränderungen in den Populationen herauszufinden und die Tiere künftig besser vor drohenden Gefahren schützen zu können.

Zur Not Gegenmaßnahmen einleiten

„Vögel haben bestimmte Lebensräume. In Kirchhellen leben mehr Spatzen als in der Bottroper Innenstadt. Dort gibt es mehr saatenreiche Böden und Hecken, welche die Vögel zum Leben benötigen“, erklärt Verhoeks und ergänzt: „Würde die Zählung nun zeigen, dass dort der Bestand an Spatzen vom Bestand in vergleichbaren Gebieten deutlich abweicht, könnte der Nabu Ursachen ermitteln und versuchen, Gegenmaßnahmen einzuleiten.“ Zuletzt waren die Entwicklungen bei den Spatzen aber positiv. Sorgen bereiteten aber im letzten Jahr vor allem die bundesweit rückläufigen Vorkommen von Amseln und Mauerseglern.

Die Zählung läuft nach einem einfachen Prinzip ab: Die Vögel, die in einer Stunde an einer Stelle auftauchen, werden in einer Liste vermerkt. Um Dopplungen zu vermeiden, müssen immer mehrere Vögel gleichzeitig gesichtet werden, um entsprechend gezählt und aufgelistet zu werden. Anschließend werden die Daten per Post oder über das Internet an den Nabu übermittelt. An einen festen Ort gebunden war die Zählung dabei übrigens nicht: Ob im heimischen Garten oder im benachbarten Park oder Waldstück, überall wo die Vögel ihren natürlichen Lebensraum haben, durfte gezählt werden.

In der Vergangenheit kam es dabei auch schon mal zu „exotischen“ Sichtungen, erzählt Claudia Verhoeks: „Manchmal landen hier natürlich auch Zugvögel auf ihren Wanderungen, die hier eigentlich nicht heimisch sind.“ Auch die werden erfasst, ansonsten haben die Vogelzähler vor allem heimische Arten wie Amseln, Spatzen, Kohl- und Blaumeisen sowie einige weitere Gattungen im Visier.

Teilnahme für Kinder bietet sich an

Auch für Kinder bietet sich die Teilnahme an der Zählung an: „Sie lernen spielerisch etwas über heimische Vogelarten und das konzentrierte Zählen bildet einen guten Gegenpol zum ansonsten oft hektischen Alltag“, sagt Claudia Verhoek, die so für die nächste Zählung gerne noch viele junge Tier- und Naturfreunde begeistern möchte.