Nachwuchs glänzt beim Preisträgerkonzert

Preisträgerkonzert - Jugend musiziert: Tim Weinberg spielt gleicch auf zwei  Blockflöten, darunter auch sein selbstkomponiertes Stück „Der Notamat“.
Preisträgerkonzert - Jugend musiziert: Tim Weinberg spielt gleicch auf zwei Blockflöten, darunter auch sein selbstkomponiertes Stück „Der Notamat“.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Junge Musikerinnen und Musiker der städtischen Musikschule, die jetzt beim Regionlawettbwerb „Jugend musiziert“ ausgezeichnet wurden, gaben jetzt beim Preisträgerkonzert im Kammerkonzertsaal des Jugendkulturzentrums zum Teil überraschende Kosttroben ihres Könnens.

Dieser Abend im Kammermusiksaal bot als willkommene Offensive für die Außenwirkung der städtischen Musikschule viele Überraschungen. Vor allem: die Qualität aller Mitwirkenden, die vom kürzlich durchgeführten Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ erfolgreich mit einer Auszeichnung oder der Empfehlung, am Landeswettbewerb teilnehmen zu dürfen, nach Bottrop zurück kamen.

Aber auch die Programmwahl – viel Zeitgenössisches, sogar eine Uraufführung – und die Souveränität bei den Auftritten gefielen den Zuhörern sehr. Das Ganze war eine Dokumentation des Leistungswillens junger Musikerinnen und Musiker, die in den Fächern Flöte, Oboe, Klavier oder Cembalo die Durchschnittlichkeit weit hinter sich ließen. Musikschulleiter Ingo Brzoska sprach allen ein dickes Lob aus.

„Notamat“ bessert Schulnoten auf

Den Coup des Programms lieferte der Schüler Tim Weinberg in der Altersgruppe 9 bis10 Jahre. Zum einen improvisierte er virtuos beim eigenen Stück „Der Notamat“ (eine Maschine, die Zensuren bei schulischen Leistungen aufbessert), zum anderen genügte ihm nicht nur ein Instrument, sondern er setzte parallel zwei Blockflöten gekonnt ein. Langer Beifall für diesen Beitrag mit Werken von John Baston und eben Tim Weinberg.

Anna-Lena Badur mit der „tanzenden Zunge“ (Matthias Maute), Ole Schürks mit der Performance „Musik für einen Vogel“ von Hans-Martin Linde, Erik Janetta mit Pete Roses Hommage an venezolanische Rhythmen, Christoph Eberz mit Daniel Hellbachs „Roadrunner“ und der frei zu interpretierenden Grafikvorlage von Louis Andriessen („Paintings“), Luisa Wilkens stürmisches Presto von Gustav Gunsenheimer, Lorena Tiemanns spannendes Barocksolo (Jakob van Eycks „Doen Daphne“) und schließlich Rebekka Lammerdings fabelhaft vorgetragene und schön gestaltete Sonata von Dario Castello und einem Rumba-Rausschmeißer von G. Jacob, zeigten sich als musikalische Riege der Flöten-Elite.

Einziger Oboen-Beitrag: Justus Luerweg mit der höchst schwierigen Poulenc-Sonate, die er konzertreif meisterte. Gestützt wurde diese vorzügliche Leistungsschau von den beteiligten Pianisten Christina Hanisch, Robert Weckmann, Maximilian Deden und Isabella Zeher.

Zum Finale gab es Blumen für alle vom Förderverein. Das größte Geschenk aber machten sich die Jugendlichen selbst: Sie bewiesen Musikverstand, Disziplin, Konzentration und Klangraffinesse. Auf diesem Fundament lässt sich auf jeden Fall weiter bauen.