Museumserweiterung wäre eine Chance für die Stadt Bottrop

Das Museumszentrum Quadrat im Stadtgarten: Eine neue Halle für Wechselausstellungen könnte auf der Wiese  rechts von der Albers-Sammlung (oben rechts) entstehen.
Das Museumszentrum Quadrat im Stadtgarten: Eine neue Halle für Wechselausstellungen könnte auf der Wiese rechts von der Albers-Sammlung (oben rechts) entstehen.
Foto: Hans Blossey
Das Quadrat braucht mehr Raum. Im Moment muss die hochkarätige Albers-Sammlung in Bottrop für eine Sonderausstellung immer abgehängt werden.

Bottrop.. Gerade eröffnete die überregional stark beachtete Walker Evans-Retrospektive im Museumszentrum Quadrat. Und schon wird erneut schmerzlich deutlich, dass der eigene Bottroper Museumsschatz, die Werke von Josef Albers, größtenteils nicht gezeigt werden können. Somit ist der zweite Aspekt der stringenten Ausstellungspolitik des Hauses der letzten Jahre für die Besucher nicht nach zu vollziehen: Josef Albers im Kontext.

Kontext ja. Albers nein: Was in den Augen der Besucher, vor allem der Gäste von außerhalb, die eigens zu den Wechselausstellungen anreisen, ein deutliches Manko darstellt. Auch Museumsdirektor Heinz Liesbrock, der Kopf hinter der auch von Kunstexperten immer wieder gelobten Ausstellungsstrategie, die sich wohltuend von manchen bunten - vielleicht sogar publikumsträchtigeren - Beliebigkeitsschauen abhebt, bedauert diese Zwangslage.

Stadt kann kein Geld geben

„Wir haben europaweit die größte Albers-Sammlung, müssen sie aber abhängen, weil sonst kein entsprechend klimatisierter und gesicherter Raum zur Verfügung steht, beides zu zeigen. Zum Beispiel Walker Evans und Josef Albers“, bedauert der Leiter der wichtigsten Kultureinrichtung der Stadt. Auf Dauer werde auch die Albers-Foundation in den USA, die dem Haus wesentliche Werke überließ, diesem Auf- und Abhängen nicht zustimmen.

Seit längerem, im Grunde schon kurz nach Eröffnung des Erweiterungsbaus des Museums 1983, wurde der Ruf laut, nicht nur der wachsenden hauseigenen Albers-Sammlung, sondern auch den - wie jetzt wieder - hochkarätigen Wechselausstellungen einen entsprechenden Raum zu geben.

Bottrop setzt in Sachen Museum auf Hilfe von außen

Daran arbeiten Heinz Liesbrock aber auch andere städtische Akteure, wie Kulturdezernent Willi Loeven und Oberbürgermeister Bernd Tischler hinter den Kulissen seit einiger Zeit. Dabei mangelt es auf allen Seiten nicht am Wollen, sondern schlicht am Vermögen. Denn die Stadt pfeift, wie fast alle anderen Kommunen auch, finanziell aus dem berühmten letzten Loch. So setze auch Bottrop in Sachen Museum auf Hilfe von außen - wie es bei der Neueinrichtung des Museums für Ur- und Ortsgeschichte bereits erfolgreich praktiziert wurde, so Kulturdezernent Willi Loeven.

Auch jetzt könnte die RAG-Stiftung wieder eine wesentliche Rolle spielen. Nicht zuletzt, nachdem deren Vorsitzender Werner Müller auf einem Empfang den Oberbürgermeister anregte, förderwürdige Projekte in der Bergbaustadt Bottrop zu nennen und dabei dezidiert das Museum ins Spiel brachte.

Es geht um eine einstellige Millionensumme

In der letzten Sitzung des Museumsvereins stand das Thema Erweiterung auf der Tagesordnung. Dort ging es nicht nur um den Stand der Finanzierungspläne, sondern auch um architektonische Vorstellungen. Angestrebt werde eine konzeptionelle Lösung, die den Weg der Besucher durch die Albers-Sammlung zu den Wechselausstellungen führt, beschreibt Heinz Liesbrock die Ideen. Eine neue Ausstellungshalle wäre mit 700 Quadratmetern etwas kleiner als das jetzige Albers-Museum mit 780 Quadratmetern. Als Kostenrahmen wird eine einstellige Millionensumme genannt.

Mit drei potenziellen Förderern führe man in der nächsten Zeit intensive Gespräche. Ergebnisse könnte es vielleicht noch vor Ablauf des Jahres geben.

Der Museumsverien, der die Arbeit des Hauses seit vielen Jahren unterstützt und auch bereits zahlreiche Ankäufe mit ermöglichte, erklärte sich bereit, einen Architektenwettbewerb zu finanzieren. Dafür müsste aber erst die Finanzierung des Erweiterungsprojekts gesichert sein.

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