Murmelbahn braucht Frischzellenkur

Trostlos und demoliert sieht das Spielgerät auf dem Kirchplatz, das auch gern als Bank genutzt wird, derzeit aus.
Trostlos und demoliert sieht das Spielgerät auf dem Kirchplatz, das auch gern als Bank genutzt wird, derzeit aus.
Foto: Heinrich Jung
Was wir bereits wissen
  • Vor drei Jahren wurde Spielgerät auf dem Kirchplatz zuletzt saniert
  • Zustand ist jetzt schon wieder trostlos
  • Politik tut sich schwer, schon wieder Geld für Reparatur zu bewilligen

Bottrop..  Drei Jahre sind vergangen, seit Bildhauer Guido Hofmann seine „Murmelbahn“ auf dem Kirchplatz restauriert hat. Die Murmelbahn, das ist das bunte Geschlängel auf dem kleinen Mäuerchen, das den Platz von der Poststraße trennt. Vor allem als Sitzgelegenheit wird die Plastik gern genutzt, aber eigentlich ist sie sogar als Spielgerät konzipiert. Doch von der Sanierung sieht man aktuell nicht mehr viel. Die einst bunte Farbenpracht – abgeknibbelt und zerstört. Wieder einmal ist die bunte Epoxidharzbeschichtung zerstört, teilweise großflächig abgerissen.

Der städtische Fachbereich Umwelt und Grün ist für die Instandhaltung von Spielgeräten – und so gesehen ist die Murmelbahn ein Spielgerät – zuständig. Die Kosten für die Reparatur der Murmelbahn und der bunten Spielfelder am Boden schätzt man dort auf rund 5000 Euro. Die hätte die Verwaltung gern aus der Kasse der Bezirksvertretung Mitte. Die hatte schon 2013 einen Beitrag zur Sanierung geleistet und 1500 Euro bezahlt. Die gleiche Summe steuerte ein anonymer Spender bei, die MC Bauchemie spendete Material.

Aktuell laufen die Haushaltsberatungen der Fraktionen im Bezirk. Entschieden ist noch nichts. Doch die Bereitschaft, drei Jahre nach der letzten Reparatur, erneut für die Murmelbahn zu zahlen, ist nicht sehr ausgeprägt. Wolfgang Altmeyer, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Der Etat des Bezirks liegt bei 133 000 Euro, die Verwaltung hat uns Vorschläge für 268 800 Euro gemacht.“ Im Klartext: Einiges steht auf der Streichliste und ob die erneute Instandsetzung der Murmelbahn tatsächlich so hohe Priorität hat? „Unser Fokus liegt auf den Grundschulen“, stellt Altmeyer klar. Ähnlich äußert sich Susanne Jungmann (CDU). Zumal die Bezirksvertreter vor drei Jahren auch nur zähneknirschend in die Instandsetzung investierten. Und manch einer würde vielleicht am liebsten das Kunstwerk gegen eine klassische Sitzgelegenheit austauschen.

Das jedoch sei nicht so einfach, sagt der zuständige Abteilungsleiter bei der Stadt, Ulrich Kollath. Denn der Künstler habe noch Rechte an seinem Werk. Doch glücklich ist man mit der Situation auch bei der Stadt nicht. Kollath vermutet, dass die Witterung dem Kunstwerk zusetzt, dass Wasser eindringt und sich deshalb die Stellen immer wieder lösen.

Guido Hofmann dagegen geht davon aus, dass Vandalismus seinem Werk so zusetzt. Mit Cuttermessern oder anderen scharfen und spitzen Gegenständen würde die Granulatschicht zerstört und dann würde großflächig geknibbelt. „Für mich ist das ein Trauerspiel.“ Er schätzt die Kosten für eine erneute Instandsetzung auf rund 2500 Euro und hofft, dass sein Werk erhalten bleibt: „Ich fände es schade, wenn man vor denjenigen kapituliert, die alles zerstören.“