Müll an Bottrops Stadtrand bleibt Ärgernis

Ralf Elsner (Best, r.) und Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff  am Rand der Industriestraße.
Ralf Elsner (Best, r.) und Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff am Rand der Industriestraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Ruf der CDU nach gebührenpflichtigen Parkplätzen für Fernfahrer verhallt ebenso wie die Forderung der Linken nach Duschen und Toiletten.

Bottrop..  Der Andrang von Lkw-Fahrern im Gewerbegebiet an der Industriestraße und die Verschmutzung der Grüngürtel entlang der Straße bleiben für viele ein Ärgernis. Die CDU kritisiert das heftig und fordert, für die Nutzung der Parkplätze Gebühren zu nehmen - doch dazu wird es kaum kommen. Die Linkspartei will, dass Toiletten und Duschen für die parkenden Brummi-Fahrer bereit gestellt werden - auch diese wird es nicht geben.

Bei Bottrop putzt-Aktion dabei

Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff (SPD), der sich neulich nach dem Protest der Linkspartei einen Eindruck von der Lage an Ort und Stelle verschaffte, forderte flugs die Bottroper Entsorgung und Stadtreinigung (Best) auf, die Bürgersteige und Grüngürtel zu säubern - das hatte die Best schon mehrfach erledigt und muss es dennoch wohl bald wieder tun.

Darüber ärgert sich jetzt besonders die CDU. „Wir stellen immer wieder fest, dass gerade in den Gewerbegebieten das Stadtbild rücksichtslos verschandelt wird“, beklagt CDU-Fraktionschef Hermann Hirschfelder. Auswärtige Fernfahrer missbrauchten die Flächen als Parkplatz und Übernachtungsmöglichkeit. „Müll wird einfach weggeworfen“, meint Hirschfelder. Das weckt den Zorn der CDU, weil ihre Mitglieder an der Industriestraße im Rahmen der Best-Aktion „Bottrop putzt“ tatkräftig mithalfen, die Gegend wieder auf Vordermann zu bringen. „Nach den Aufräumarbeiten wurde die Fläche jedoch regelmäßig wiederzugemüllt. Es nutzt nichts, wenn einmal im Jahr ehrenamtlich gereinigt wird“, bedauert der Ratsherr, und es gehe nicht an, dass die Best auf Kosten der Gebührenzahler die Flächen in regelmäßigen Abständen immer wieder reinigen müsse.

Um auf Dauer ein ordentliches Erscheinungsbild der Stadt sicherzustellen, sollte die Stadtverwaltung auch Gespräche mit den ortsansässigen Firmenchefs führen, rät die Union. „Es dürfte doch auch im Interesse der angesiedelten Unternehmen liegen, dass ihre Firmenadresse in einem geordneten Umfeld liegt“, meint Hirschfelder.

Dabei geht die Vermüllung am Straßenrand keineswegs ausschließlich aufs Konto der Fernfahrer. So stellte SPD-Ratsherr Rüdiger Lehr fest: „Wenn die Mitarbeiter der Best da zum Beispiel alte Fernsehgeräte aus dem Grüngürtel holen, dürften es kaum Fernfahrer gewesen sein, die diese in ihrem Lkw dabei hatten“.

Parken während der Arbeitszeit

Auch die Linkspartei erhebt Einwände. „Durch die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung wird das eigentliche Problem nicht gelöst: Es fehlt an geeigneten Standplätzen, damit die Lkw-Fahrer ihre gesetzlich vorgegebenen Ruhezeiten einhalten können“, betonte Dieter Polz. Der Bezirksvertreter der Linken hält an seinem Vorschlag fest, für die Fernfahrer sanitäre Einrichtungen bereit zu stellen. „Nötig sind Angebote an die Fahrer“, meint der Linke und betont, „die dann durchaus auch Gebühren kosten dürfen.

Die von der CDU geforderten gebührenpflichtigen Parkplätze seien dagegen auch zum Nachteil der Betriebe an Ort und Stelle sowie deren Beschäftigten. „Die nutzen die Parkstreifen nämlich auch als Stellflächen für Firmenfahrzeuge und ihre Privatwagen während der Arbeitszeit“, erklärt der Bezirksvertreter und fragt eher rhetorisch: „Sollen die dann etwa auch täglich zahlen?“