MS-Gruppe informiert am Welt-MS-Tag in Bottrop

Doris Kohn ist die Vorsitzende der MS-Selbsthilfegruppe Bottrop. Sie bekam ihre Diagnose mit 39 Jahren.
Doris Kohn ist die Vorsitzende der MS-Selbsthilfegruppe Bottrop. Sie bekam ihre Diagnose mit 39 Jahren.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Welt-MS-Tag 27. Mai informiert der Selbsthilfekreis über Multiple Sklerose. Der Info-Stand steht dann von 10 bis 14 Uhr auf dem Alt-Markt.

Bottrop..  Doris Kohn ist eine Frau fast der ersten Stunde. 1987 stieß sie zur Bottroper MS-Selbsthilfegruppe dazu, seit 2003 ist sie die Vorsitzende. Zwei Jahre zuvor war die Gruppe von Betroffenen gegründet worden, noch heute ist ein Gründungsmitglieder dabei. Erst im März hat die Gruppe ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Am 27. Mai wird sie sich der Öffentlichkeit präsentieren, denn dann findet der Welt-MS-Tag statt und die Selbsthilfegruppe plant eine Aktion in der Innenstadt.

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die das zentrale Nervensystem befällt. Bis heute gibt es dafür keine Heilung, es stehen mittlerweile jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Als die MS’ler sich 1985 zusammentaten, da war es, um sich gegenseitig zu unterstützen. „Wir sprechen miteinander, wir tauschen Erfahrungen darüber aus, wo man Hilfe bekommt oder über Zuschüsse von den Krankenkassen, über Medikamente und Ärzte. Wir geben uns gegenseitig Tipps und Hinweise. Das ist heute noch genauso wie damals“, beschreibt Doris Kohn die Arbeit und das Anliegen der Selbsthilfegruppe.

Diagnose verändert das Leben

Das könne besonders Neubetroffenen helfen, meint die Kirchhellenerin, die sich selber als „alten Hasen“ bezeichnet, was die Krankheit angeht. „Jemand, der die Diagnose neu bekommt, weiß gar nicht, was auf ihn zukommt. Das haut einen erst einmal vom Hocker. Die Selbsthilfegruppe fängt einen auf.“

Viele Betroffene seien noch jung bei der Diagnose, die plötzlich ihr ganzes Leben in Frage stelle: Wer kümmert sich um die Kinder? Was wird aus der Familie? Kann ich überhaupt noch berufstätig sein und meinen Lebensunterhalt verdienen? „Viele denken dann, das sei das Aus“, weiß Doris Kohn. „In der Selbsthilfegruppe wird besprochen, wie man mit der Krankheit leben und alles unter einen Hut bringen kann.“ Denn natürlich sei ein Erkrankter nicht mehr so belastbar, sagt sie.

Und noch etwas bedeutet Doris Kohn viel in der Selbsthilfegruppe: „Wenn sie als Betroffener irgendwo hinkommen, sind sie immer die Ausnahme und fallen auf. In der Selbsthilfegruppe weiß jeder, was Sache ist, da fragt keiner nach, man ist bei Gleichgesinnten.“

Zehn Leute gehörten der Gruppe bei der Gründung vor 30 Jahren an, heute sind es 35. „Ich habe das Gefühl, dass sich jeder wohlfühlt. Es haben sich viele Freundschaften gebildet.“ Jeden Dienstag trifft sich die Gruppe zum Sport in der Dieter-Renz-Halle, monatlich gibt es Gruppentreffen.

Am Welt-MS-Tag am 27. Mai, wird die Gruppe von 10 bis 14 Uhr auf dem Alt-Markt vor Tschibo stehen und informieren.