MGV Concordia singt sich mit „Frohem Klang“ ins Himmelreich

Bottrop..  Die musikalische Reise in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche St. Franziskus an der Gungstraße endete im „irdischen Himmelreich“.

Denn mit dem populären „Jerusalem“-Lied beschloss der MGV Concordia Ruhroel 1911 Bottrop-Boy zusammen mit dem Steeler Frauenchor „Froher Klang“ aus Essen sein Herbstkonzert, das zum jährlichen Pflichtprogramm des inzwischen schon ziemlich geschrumpften Ensembles zählt. Das dankbare Publikum spendete viel Beifall für die gut anderthalbstündige Unterhaltungskost, die zugleich mit ihren sakralen Beiträgen eine religiöse Meditation garantierte.

Es ging im Repertoire der beteiligten Gruppen – die Essener Damen brachten rund 30 Sängerinnen auf das Altarraum-Podium, die Herren mussten sich mit rund 20 Mitgliedern begnügen ­ - sowie der Solisten Elisabeth Otzisk (ihr hell timbrierter Sopran überstrahlte alles) und Johannes Niehaus (Bass) quer durch die Jahrhunderte und Stile. Von liturgischen Sätzen bis zu Vangelis, von Volksliedern bis zur Opernarie, von Hosianna-Anrufen bis zum romantischen Schubert-Block hörte man den chorischen und vokalen Reichtum der Musikgeschichte. Georg Wehr als musikalischer Leiter setzte sein Gespür für die Skala der Emotionen sowie für dramatische oder lyrische Höhepunkte mit großem Verständnis ein. Er reagierte schnell auf zuweilen auftretende kleine tonale Probleme der Concordia-Riege. Dominik Gerhard am Keyboard sorgte für die instrumentale Basis für Chöre und Solisten.

Britta van Ellen (Arbeitsgemeinschaft Bottroper Chöre) moderierte und informierte über die Komponisten und ihre Werke innerhalb des Programms. Das architektonische Oktett der ungewöhnlich strukturierten Kirche verzeichnete einmal mehr einen Lobgesang auf das Singen selbst: Es setze viele Glückshormone bei Menschen frei, kommentierte die Moderatorin, die zum gesanglichen Erleben aufforderte. Sie könne dies aus eigener Erfahrung unterstreichen. Ob ihr Appell an diesem Tag auf fruchtbaren Boden fiel?