Mehr Besucher kamen zu „Orgel Plus“

Das Festival „Orgel Plus“ kann bei seiner 27. Auflage auch eine Besuchersteigerung aufweisen. Gut 3200 Besucherinnen und Besucher kamen zwischen dem 3. und 11. Januar in elf Konzerte, zwei Gottesdienste oder nahmen mit rekordverdächtigen 200 Teilnehmern an der Exkursion zu historischen Instrumenten ins niederländische Alkmaar teil. Etwas die Hälfte der Besucher kam von außerhalb Bottrops.

Spitzenreiter - was den Besuch angeht - waren das Abschlusskonzert mit 466 und der Eröffnungsgottesdienst mit 450 Besuchern in der St. Cyriakus-Kirche. Aber auch die beiden Familienkonzerte in Heilig Kreuz mit 440 Besuchern oder Orgel plus Trompete und Orgel plus Horn in Heilig Kreuz und Liebfrauen haben mit weit über 200 Zuhörern nicht schlecht angeschnitten.

„Das diesjährige Konzept, einmal vier ehemalige Bottroper Musiker zu präsentieren, die inzwischen anderswo Karriere machten, ist offensichtlich aufgegangen“, sagt Festivalleiter Gerd-Heinz Stevens. Gemeint sind Christoph Kuhlmann (Köln), Christoph Ostendorf (Berlin), Jürgen Kursawa (Düsseldorf) und Franz-Josef Reidick, der mit seiner Tätigkeit in Essen noch am nächsten an seiner Heimatstadt Bottrop lebt und arbeitet.

Abgesehen von den Solisten, dem Ensemble Flautando Köln oder dem Kettwiger Bach-Ensemble hatte diese Festival-Ausgabe einen deutlichen lokalen Schwerpunkt, vor allem. was die Chöre betrifft, die mit dem Propsteichor, dem Orgel-Plus-Festivalchor und „All Woman“ alle aus Bottrop kommen. „Dafür wird es im kommenden Jahr wieder etwas internationaler“, sagt Gerd-Heinz Stevens. Solisten aus Polen, der Schweiz, den Niederlanden aber auch Kevelaer und Münster lenken den Blick wieder mehr auf die Szene jenseits des Ruhrgebiets.

Ein Höhepunkt im nächsten Jahr wird sicherlich die Aufführung aller sechs Teile von Bachs Weihnachtsoratorium in Liebfrauen sein. Dafür konnten man den Städtischen Musikverein und das Essener Folkwang Kammerorchester gewinnen. Als Novum wird es zwischen Teil drei und vier ein Essen im Pfarrsaal auf dem Eigen geben. Auch die Kombination HipHop plus Orgel wird eine Neuheit in über 20 Jahren „Orgel Plus“ sein.

Der Publikumserfolg und die künstlerische Ausrichtung ist eine Sache. Aber auch seitens der Kulturverwaltung ist das Festival gewollt - und offenbar auch gesichert. Der städtische Anteil am etwa 60 000 Euro umfassenden Budget liege bei einem Drittel, sagt Kulturamtsleiter Dieter Wollek. 40 000 Euro kommen aus dem Kartenverkauf und vier Hauptsponsoren, die ebenfalls das Festival als Bottroper Eigenmarke sichern.

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