Mediziner sagen multiresistenten Keimen Kampf an

Gesundheitsamtsleiter Dr. Christian Marga spricht vor dem Plenum in der Cafeteria des Marienhospitals.
Gesundheitsamtsleiter Dr. Christian Marga spricht vor dem Plenum in der Cafeteria des Marienhospitals.
Foto: Stadt Bottrop
Was wir bereits wissen
Das Marienhospital und das Bottroper Netzwerk gegen Infektionen luden zu einer Fortbildungsveranstaltung ein. Rund 100 Ärzte und Hygiene-Experten kamen.

Bottrop..  Um den Kampf gegen multiresistente Erreger ging es jetzt bei einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung des Marienhospitals und des Bottroper Netzwerkes gegen Infektionen - kurz BOGI.NET. Das Interesse am und die Bedeutung des Themas generell belegte der sehr gute Besuch dieser Fortbildungsveranstaltung: 100 Ärzte, Hygienefachkräfte und Vertreter von Bottroper Pflegeeinrichtungen haben an dem dreistündigen Informations- und Diskussionsforum im Marienhospital teilgenommen.

Multiresistente Problemkeime, also Krankheitserreger, die unempfindlich gegen verschiedene - sonst wirksame - Antibiotika sind, haben in den letzten europaweitzugenommen. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Erreger „MRSA“ oder auch neuere Typen, wie „MRGN“ oder „VRE“. Die Ursachen für die Zunahme dieser Erreger sind vielfältig.

Ungezielter Einsatz

„Durch strikte Einhaltung hygienischer Maßnahmen kann die Anzahl von sogenannten ‘nosokomialen Infektionen’, also die Ansteckung mit solchen Problemkeimen im Zusammenhang mit medizinischen oder pflegerischen Maßnahmen, um geschätzt 25 Prozent reduziert werden“, betonte Gesundheitsamtsleiter Dr. Christian Marga bei der Veranstaltung. Eine Rolle spiele aber ebenso der häufige und ungezielte Einsatz hochwirksamer Antibiotika in der Humanmedizin wie auch in der Tiermast. Hinzu komme, dass alleine durch den demografischen Wandel die Anzahl der Patienten mit einem höheren Risikopotenzial aufgrund von Vorerkrankungen oder der Versorgung mit speziellen Kathetern beziehungsweise Ernährungssonden zunimmt.

Kollegiale Zusammenarbeit

„Wichtig ist die kooperative und kollegiale Zusammenarbeit aller an der Versorgung von Patienten Beteiligten wie Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, aber auch ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, um Gegenmaßnahmen einleiten zu können“, stellte der Leiter des Gesundheitsamtes fest. Dementsprechend sei auch bereits im Jahr 2011 das Netzwerk „Bottrop gegen Infektionen“ gegründet worden. „Alle Akteure in Bottrop arbeiten in dem vom städtischen Gesundheitsamt moderierten Netzwerk zusammen“, resümierte Christian Marga zufrieden. „Problemkeime wie die ‘MRGN’ erfordern auch zukünftig die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die heutige Veranstaltung ist ein schönes Beispiel für ein gelungenes gemeinschaftliches Engagement“, freute sich Dr. Georg-Christian Zinn, der Leitende Krankenhaushygieniker des Marienhospitals. In den Fachvorträgen wurden im Forum auch die Zahlen zur Häufigkeit der Krankheitserreger, der mikrobiologische Hintergrund sowie die erforderlichen Maßnahmen zur Diagnose und möglichen Therapie detailliert besprochen.