Mediziner bilden sich am Marienhospital in Bottrop fort

Chefarzt Dr. Friedrich Schorr zeigt den Teilnehmern die vielfältigen Möglichkeiten der Darmsonografie.
Chefarzt Dr. Friedrich Schorr zeigt den Teilnehmern die vielfältigen Möglichkeiten der Darmsonografie.
Foto: FUNKE Foto Services
18 niedergelassene Ärzte aus Bottrop und der Region nahmen an einem Sonografietraining teil. Moderne Geräte erlauben eine realistische Simulation.

Bottrop..  Für den medizinischen Laien ist auf den Bildern häufig wenig zu erkennen: Während das Handgerät des Sonografen über den Bauch des Probanden gleitet, erscheinen nur einige helle Streifen und Formen auf dem nahegelegenen Monitor. Doch was für den unkundigen Betrachter wenig aufschlussreich erscheint, kann dem fachkundigen Mediziner wertvolle Informationen liefern.

18 niedergelassene Ärzte aus Bottrop und umliegenden Städten nutzten am vergangenen Wochenende auch deshalb die Möglichkeit, sich im Marienhospital freiwillig in den aktuellsten Verfahren rund um die Technik fortzubilden „Unser Training hat einen sehr hohen Stellenwert und ist von der Ärztekammer zertifiziert“, betont der Chefarzt der Gastroenterologie und Initiator des Trainings Dr. Friedrich Schorr.

Immerhin vier Punkte würde die Ärztekammer für die Teilnahme an der Fortbildung gutschreiben. Zur Einordnung: 250 Punkte werden in fünf Jahren für ein komplettes Fortbildungszertifikat benötigt.

Wie wichtig eine genaue Kenntnis der Materie ist, zeigt sich dann auch gleich im ersten Behandlungszimmer: „Was zeigt uns denn der weiße Bereich dort unten“, fragt einer der Teilnehmer die anwesende Dozentin. Und die Frage wird an diesem Tag nicht die letzte bleiben, denn der Funktionsumfang der modernen Ultraschallgeräte ist mittlerweile enorm. So bieten die Apparate zum Beispiel die Möglichkeit, verschiedene Querschnitte anzuzeigen oder bei Bedarf auch verschiedene Aufnahmen übereinanderzulegen.

„So lassen sich auch Erkrankungen erkennen, die sich zunächst kaum oder nur in kleinen Details unterscheiden“, wie Dr. Richard Kampmann, leitender Oberarzt der Abteilung, erklärt. Feinheiten, die darüber entscheiden können, ob es sich um eine relativ leichte oder doch schwere Erkrankung handelt. Genau hier setzt auch die Schulung des Marienhospitals an, die den Teilnehmern mit einer realitätsnahen Simulation nicht nur wertvolle Praxistipps, sondern auch eine effiziente Nutzung der technischen Möglichkeiten vermitteln will: Für die Schulung werden dabei gesunde Probanden auf der Untersuchungsliege positioniert und mit dem Ultraschallgerät ganz normal in der Bauchregion untersucht. In das Bild der gesunden Probanden werden dann aber vom Gerät die während einer echten Untersuchung gespeicherten, dreidimensionalen Aufnahmen der eigentlichen Patienten hineinprojiziert. So können vielfältige Krankheitsbilder simuliert und untersucht werden.

Verfahren eröffnet neue Möglichkeiten

Der größte Vorteil des Systems liegt aber nicht nur in der realitätsnahen Darstellungsweise, sondern vor allem in der Möglichkeit, auch schwerste Erkrankungen und komplizierte Krankheitsbilder realitätsnah in das Training mit einzubeziehen, wie Dr. Richard Kampmann betont: „Das Verfahren eröffnet uns neue Möglichkeiten und löst eines unserer größten Probleme. Es wäre für uns ethisch absolut nicht vertretbar, etwa einen an Darmkrebs erkrankten Patienten um die Teilnahme an solch einer Schulung zu bitten. Ein ausführliches Training der Ärzte ist aber trotzdem besonders wichtig. Mit dieser Methode lässt sich das nun perfekt realisieren, ohne das die Würde von Patienten verletzt wird.“

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