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Mauern brechen und Hoffnung geben

20.12.2009 | 19:05 Uhr

Pfadfinder reichten in St. Joseph das Friedenslicht aus Bethlehem weiter. Familien nahmen es mit nach Hause.

„Tragt in die Welt nun ein Licht”, sangen am Samstagabend die Besucher der Heiligen Messe in der fast vollbesetzten katholischen Kirche St. Joseph am Förenkamp. Und diese Aufforderung meinten sie wörtlich, als alle das Friedenslicht aus Bethlehem mit nach Hause nahmen.

Seit zehn Jahren ist der Aussendungsgottesdienst in der Kirchengemeinde St. Joseph ein beliebter Brauch bei Jung und Alt, um sich durch das Friedenslicht in der Weihnachtszeit an die Wurzeln des Christentums zu erinnern. Denn die kleine Flamme, die am Samstag durch die Pfadfinder ganz behutsam in die Kirche getragen wurde, hatte bereits einen langen und weiten Weg hinter sich. „Das Feuer wurde auch in diesem Jahr wieder im November von ei-nem Friedenslichtkind in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Bethlehem entzündet und mit dem Zug nach Wien gebracht. Von dort aus wird es nun in der Vorweihnachtszeit europa-weit verteilt”, verrieten die Pfadfinder stolz.

Sogar schier unüberwindli-che Grenzen hat die kleine Flamme schon auf ihrem Weg übersprungen, als sie 1989 an der geöffneten Berliner Mauer brannte und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von einem Friedenslichtkind bis zu den neuen Nachbarn getragen wurde.

In Joseph am Förenkamp wurde das Friedenslicht von Pfadfindern an die Gläubigen verteilt. Foto Dirk Bannert

Den Schutz und die Verteilung des Feuers auf seinem Weg von Bethlehem nach Europa haben sich im Laufe der 23-jährigen Friedenslichtgeschichte die Pfandfinderver-bände als ihre Herzensangelegenheit auf die Fahne geschrieben. In diesem Jahr lautet das Motto: Mauern brechen, Hoffnung geben. „Und was für die große Welt gilt, das gilt auch für jeden Einzelnen. Heute können wir den Anfang machen, Vorurteile zwischen den verschiedenen Religionen abzubauen. Denn wer das Licht mit nach Hause nimmt, hat es selbst in der Hand, Mauern zu durchbrechen”, appellierten die Pfadfinder an die Gottesdienstbesucher.

Schlangen vor dem Altar

Und so standen Groß und Klein mit bunten Laternen, Friedhofslichtern und Kerzen vor dem Altar Schlange, um das Friedenslicht ins eigene Heim zu tragen. Auch die Familien Bischoff und Kalvelage hatten sich eingereiht. „Wir kommen seit vielen Jahren hierher, um mit dem Friedenslicht in der Weihnachtszeit zu Hause weitere Kerzen anzuzünden, die Flamme lebendig zu halten”, betonten sie.

Bleibt zu hoffen, dass vom hellen Schein dieses Friedenssymbols auch in den Krisengebieten wie Afghanistan und dem Irak wenigstens ein kleiner Lichtstreif ankommt.

Corinna Braun

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