Martyrium

Welcher Notruf ist der Richtige? Den Ausführungen von Herrn Guske möchte ich aus eigener Erfahrung etwas hinzufügen: Starke Probleme im Magen-Darmbereich zwangen mich am späten Neujahrsabend, den Notruf 112 anzurufen. Die freundliche Rückfrage, ob die Beschwerden lebensbedrohlichen Charakter haben, konnte ich, obwohl ich Laie bin, verneinen, so dass man mich an den Ärzte-Notruf 116117 verwies.

Nach längerem Verweilen in der Warteschleife meldete sich der diensthabende Arzt. Diverse Mittel, die ich im Hause habe, hatte ich bereits ausprobiert, leider ohne Erfolg. Nach Rückmeldung eine halbe Stunde später nannte er mir ein Mittel, dass er aber nicht bei sich habe, wollte sich aber nochmals melden, „wenn er daran denke“. Leider hat er nicht daran gedacht. Mit dem Ergebnis, dass ich weitere zwölf Stunden mit den sich verstärkenden Problemen leben musste. Weitere Medikamente einer Bekannten brachten Linderung. Am Montag darauf brachte mir meine Hausärztin schließlich den gewünschten Erfolg.

Mein Leben brauchte also nicht gerettet zu werden, aber mein Martyrium hätte sicher verkürzt werden können. Meine abschließende Frage: Was stimmt an dem System nicht? Übrigens: Ich wohne allein in meiner Wohnung und war deshalb umso mehr auf schnelle Hilfe angewiesen, was ich dem Arzt auch mitgeteilt hatte.