Marienkäfer suchen ihr Winterquartier

Am Wochenende und in den Tagen davor sausten eine Vielzahl kleiner, gepunkteter Käfer durch die Luft, sie landeten auf Häuserwänden oder Glasscheiben und suchten das vermeintlich ideale Winterquartier.

Marienkäfer brauchen für die kalten Monate einen warmen Unterschlupf, am liebsten kommen sie in Hohlräumen wie Mauerritzen oder Dachsparren unter. Sie sammeln sich zudem unter Steinen oder Laub, die quirligen Sechsfüßer lassen sich gerne im Gras nieder.

„Das Ende ihres Zyklus bedeutet auch ein Hoch der Population. Marienkäfer vermehren sich im Vergleich zu anderen Insekten relativ schnell und haben mehrere Generationen“, sagt Revierförster Werner Meemken vom Stützpunkt Heidhof des Regionalverbandes Ruhr (RVR). „Bedingt durch die kalten Temperaturen können sich die Marienkäfer nicht weiter entwickeln“, ergänzt er. Das sei der Beginn der Überwinterungsphase .

Nützliche Räuber

Der Experte stellt heraus: Vor allem der Asiatische Marienkäfer ist in unserer Region stark vertreten. Die Art des Tieres ist größer als die europäischen Marienkäferarten, sie vermehrt sich schneller und frisst mehr Blattläuse.

Der Insektenexperte Karl-Heinz Jelinek vom Naturschutzbund NRW erklärt: „Ursprünglich zur Schädlingsbekämpfung im Gartenbau eingeführt, breitet er sich immer weiter aus und verdrängt aufgrund seiner Lebensweise und seiner hohen Vermehrungsrate die heimischen Marienkäferarten.“ Die sechs Millimeter großen und rot oder schwarz gepunkteten Tiere könnten von fast völlig orangerot bis ganz schwarz gefärbt sein.

Der Naturschutzbund ruft dazu auf – sollte sich einmal ein Käfer in die Wohnung verirrt haben – diesen mit einem Kehrblech und einem Handfeger wieder sanft nach draußen zu befördern. Denn: Der spontane Besuch der Tiere geschähe eher zufällig. Einen Schaden könnten die Marienkäfer nicht anrichten.

Bei Gärtnern sind die Insekten sogar beliebt und werden ihrem Ruf als Glücksbringer gerecht: Sie vernichten unerwünschte Schädlinge wie Blatt- oder Schildläuse. „Es sind, wenn man so möchte, Räuber – aber nützliche Räuber“, unterstreicht Revierförster Werner Meemken.