Mädchen testen technisches Studium

Jana Böttcher war die erste Teilnehmerin am "zdi-Campus: Mädchen testen MINT " an der Hochschule Ruhr West. Sie kann das Programm weiter empfehlen.
Jana Böttcher war die erste Teilnehmerin am "zdi-Campus: Mädchen testen MINT " an der Hochschule Ruhr West. Sie kann das Programm weiter empfehlen.
Foto: Ulla Emig/ FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das sechsmonatige Programm „zdi-Campus“ an der Hochschule Ruhr West hilft dabei, Berufsperspektiven zu entwickeln. Die erste Schnupperstudentin erprobte sich als Ingenieurin.

Viele Mädchen interessieren sich für Fächer aus den Bereichen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Dennoch zweifeln sie oft daran, ob ein technikorientiertes Studium das richtige ist. Klarheit kann die Teilnahme am neuen Programm „zdi-Campus: Mädchen testen MINT“ an der Hochschule Ruhr West (HRW) mit ihren Standorten in Bottrop und Mülheim bringen. Bewerbungen dafür sind bis zum 6. März möglich.

HRW-Gleichstellungsbeauftragte Birgit Weustermann erklärt die Idee des sechsmonatigen Programms: „Die MINT-Fächer bieten hervorragende Karriereoptionen, gerade für junge Frauen und vor dem Hintergrund der Frauenquotendiskussion.“ Das Pilotprojekt „zdi-Campus“ ermögliche einen risikoarmen Einstieg in ein technisches Studienfach. Das bestätigt Abiturientin Jana Böttcher (19), die als erste Schnupperstudentin teilgenommen hat. Sie war für sechs Monate Ingenieurstudentin an der HRW, besuchte an einem Tag pro Woche Vorlesungen und Laborveranstaltungen, insbesondere im Studiengang Bauingenieurwesen. Außerdem absolvierte sie an vier Tagen in der Woche bei der Prüforganisation Dekra ein Praktikum.

Perspektiven entwickeln

„Von der Hochschule und der Dekra habe ich viel Unterstützung erhalten. Ich habe bei meinem Praktikum viele spannende Arbeitsbereiche kennen gelernt, so dass ich nun viel besser weiß, was für mich in Frage kommt.“ Wahrscheinlich werde sie sich für etwas im Bereich der Immobilienwirtschaft entscheiden. „Hier gibt es MINT – und kaufmännische Inhalte“, erzählt sie.

Heike Mühlleiter, Fachabteilungsleiterin Industrie, Dekra-Niederlassung Essen: „Bei diesem Projekt gefällt mir besonders, dass sich junge Frauen nicht von vornherein auf eine Fachrichtung festlegen müssen, sondern die Möglichkeit haben, in ganz verschiedene Bereiche hinein zu schauen.“ Auch wenn Jana Böttcher sich jetzt gegen ein klassisches Ingenieurstudium entschieden hat, habe sie für sich doch eine Berufsperspektive entwickelt. „Außerdem möchte sie ihre Zeit bei der Dekra verlängern. Das freut uns natürlich besonders.“

Grundsätzlich sieht das „zdi-Campus“-Programm vor, dass die Schnupperstudentinnen an einem Tag pro Woche die HRW besuchen. An vier weiteren Tagen arbeiten sie als Praktikantinnen in einem Unternehmen. Dabei sollen sie ein Projekt bearbeiten, dessen Ergebnisse sie zum Abschluss des Programms präsentieren. Bewerben können sich junge Frauen mit Abitur oder Fachhochschulreife. Das Pflichtpraktikum wird entlohnt (300-500 Euro pro Monat).