Lutz Görner mit neuem Programm

Lutz Görner und die Pianistin Nadia Singer gastieren mit einem Beethoven-Programm
Lutz Görner und die Pianistin Nadia Singer gastieren mit einem Beethoven-Programm
Foto: Kulmer
Was wir bereits wissen
Kammerkonzertsaal: Mit der Pianistin Nadia Singer begibt sich der bekannte Rezitator jetzt auf die Spuren Ludwig van Beethovens.

Bottrop..  Sinfonien von Ludwig van Beethoven dürften viele schon gehört haben. Das Leben des Komponisten ist vielleicht weniger bekannt. Der Rezitator Lutz Görner will das ändern. In seinem neuesten Programm, mit dem er jetzt auch in Bottrop zu Gast ist, erzählt er Beethovens Leben anhand von dessen Briefen aber auch vieler Zitate.

Die stammen zum Beispiel von Liszt und Chopin, aber auch Bettine Brentano oder von Goethe. So spürt Görner den Menschen hinter dem Genie auf und macht die große Schere zwischen Beethovens musikalischem Genie und dessen elendem Leben sichtbar, das schon mit 56 Jahren nach langer Krankheit endete.

Begleitet wird Görner dabei am Klavier von Nadia Singer. Jung, dynamisch und mit unglaublicher Technik wird sie den Abend mitgestalten. Schon nach wenigen Voraufführungen schrieben Kritiker: „Ihre ausgeprägte Musikalität verbindet Nadia Singer mit technischer Perfektion.“ Sie entstammt einer deutschen Familie aus Rostow am Don, wo sie auch ihr Konzertexamen ablegte, und lebt seit knapp zwei Jahren in Weimar.

Als Teenager ging sie lieber in die Clubs der Millionenstadt Rostow, um dort Jazz-Standards zu singen, bevor sie ihre Klassik-Karriere begann. Betreut wird sie vom berühmten St. Petersburger Pianisten und früheren Professor der Franz-Liszt-Hochschule Weimar, Grigory Gruzman, der sie zum ersten Preis beim internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Frankfurt führte.

Lutz Görner, der „poetische Staubwedel“, wie ihn der „Spiegel“ einmal nannte, will an Abenden wie diesem nicht nur eine Mischung aus Literatur und Musik präsentieren, sondern immer durch seine Textauswahl auch das Verständnis für die Musik, die auch für einen bestimmten Zeitgeschmack und die Epoche eines Komponisten steht, näher bringen.

Lutz Görner fragt nach, versucht in seinen Programmen eine solche Entwicklung für sein Publikum nachvollziehbar und verständlich zu machen - nun vielleicht als „musikalischer Staubwedel“, der möglicherweise auch frischen Wind in einen Klavierabend bringt. Man darf sicher gespannt sein.