Lkw-Leitsystem für Bottrop in Planung
21.03.2011 | 16:57 Uhr 2011-03-21T16:57:00+0100
Bottrop. Vor allem die Anwohner der Ebel sehnen das Lkw-Leitsystem herbei: Laut Stadt ist die Routenplanung in Vorbereitung. Sie soll verhindern, dass die Laster sich in die Wohngebiete verirren. Die Beschilderung mit zeitlichen Fahrverboten greift kaum.
Die Ebel wird von Lkw gerne als Abkürzung zu den Gewerbegebieten Knippenburg und Kruppwald genommen. Ein Ärgernis, meint SPD-Ratsfrau Gabriele Sobetzko und bittet, dass die Firmen ihre Fahrer und Zulieferer doch auf den den Ortsteil schonenderen Weg über die Gohrweide aufmerksam machen. Dies wäre dann auch ein erster Schritt für ein Lkw-Leitsystem wie es seit Jahren gewünscht wir.
Das ist in der Mache, sagt Ricarda Mauksch von der städtischen Verkehrsplanung. Aber die Arbeiten daran hätten sich als so umfangreich herausgestellt, dass man sie jetzt fremd vergeben will. Denn im Vorfeld müssen Brückenhöhen ermittelt, Belastbarkeiten der Straßen getestet, Durchfahrtsverbote bedacht, Wegweisungen ermittelt werden. Das kostet aber Geld, das Routen-Konzept etwas 40 000 Euro. Und Geld hat die Stadt nicht. So muss erst noch die haushaltsrechtliche Lage geklärt werden.
„Routenplanung macht mehr Sinn, wenn sie ruhrgebietsweit geschieht“
Der Lkw-Verkehr ist auch Thema aller Umwelt-Projekte - bei Öko-Profit, Zero Emission oder Innovation City. Für Kruppwald und Knippenburg ist auch immer die große Lösung, die Direktanbindung an den Emscherschnellweg, in den Blick genommen worden. Es wird aber wohl kaum einen neuen Autobahnanschluss geben.
Zu prüfen ist, ob die Stadt überhaupt Eigenmittel für so einen Auftrag ansetzen kann. Sie sieht eine Chance für die Akzeptanz durch die Bezirksregierung darin, dass auch der Lkw-Routenplan eigentlich zum Luftreinhalteplan gehört, weil Feinstaub vermieden werden soll. Auch für Städte mit Nothaushalten sei so ein Plan verpflichtend. Und weil der Luftreinhalteplan in Kürze geändert werden soll, hofft man auf eine schnelle Entscheidung und darauf, dass der Lkw-Routenplan bis Ende 2012 fertig ist..
Das soll aber nun kein Papier-Plan werden, sondern die Routenführung soll in Navigationsgeräte integriert werden, mit denen die Brummi-Fahrer unterwegs sind. Die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr, die IHK und das Fraunhofer Institut haben dazu ein Modellprojekt in den Städten Dortmund und Hamm laufen - Bottrop und andere Ruhrgebietsstädte haben sich jetzt eingeklinkt.
Ricarda Mauksch: „Routenplanung macht ja auch eigentlich noch mehr Sinn, wenn sie ruhrgebietsweit geschieht.“ Bottrop wünscht so einen Lkw-Routenplaner schon seit etlichen Jahren. Den Industriegebieten Kruppwald und Knippenburg fehlen direkte Anbindungen zu den Autobahnen, die Zubringerstraßen ziehen sich in Ebel und der Welheimer Mark teilweise durch Wohngebiete. Trotz Beschilderung mit zeitlichen Fahrverboten, Tempobegrenzungen, und Durchfahrtsverboten suchen sich die Lkw - teilweise mit nur Pkw-tauglichen Navigationsgeräten - ihren Weg zu den Firmen. Selbst wenn den Speditionen die gewünschte Wegführung (z.B. über Gohrweide) mitgeteilt wurde.
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