Licht im Baustellen-Dickicht
15.06.2008 | 20:37 Uhr 2008-06-15T20:37:00+0200Rundfahrt der Gesellschaft für Stadtmarketing informiert über laufende und künftige Projekte. Besonderes Interesse der Teilnehmer gilt dem Hallenbad-Neubau an der Parkstraße
Dass sich in Bottrop auf dem Bausektor so einiges tut, ist offensichtlich, wenn man die Zahl der Kräne aber auch die Zahl der durch Baustellen verursachten Umleitungen betrachtet. Wenn es aber darum geht, was da im Einzelnen gebaut wird und wie es um den Baufortschritt und andere Details bestellt ist, kann man leicht schon mal den Überblick verlieren. Licht ins Baustellen-Dickicht bringt die Baustellenrundfahrt der Gesellschaft für Stadtmarketing Bottrop (GSB), die jetzt zum zweiten Mal stattfand.
„Bei der Premiere waren die Leute regelrecht begeistert. Das hat sich wohl 'rumgesprochen”, sagt GSB-Mitarbeiterin Annette Gronwald, die die Gruppe begleitet. Für die fachlichen Informationen ist Dieter Giebelstein vom Baudezernat zuständig. Unterstützung erhält Giebelstein an der ersten Station der Rundreise, dem Hallenbad-Neubau an der Parkstraße, von Gerhard Kießlich, dem Leiter der Sport- und Bäderbretriebe.
Hier gibt es schon viel zu sehen, da der Rohbau bereits fertiggestellt ist. Aber es gibt auch viel zu erklären. „Etwa 50 Prozent der Betriebszeiten stehen für den allgemeinen Badebetrieb zur Verfügung”, beruhigt Kießlich Tourteilnehmer, die befürchten, dass das neue Bad dem Schul- und Vereinssport vorbehalten bleiben könnte.
Interessiert lauschen die Teilnehmer Kießlichs Erläuterungen zu den drei 60 Meter tiefen Brunnen, aus denen das Wasser für die Becken kommen wird, zu der Solar-Anlage, die Energiekosten einsparen soll, aber auch zu der Lärmschutzwand, die im Bereich der Parkplätze errichtet wird. „Wir wollen Ende Oktober den Probebetrieb aufnehmen und hoffen, dass wir im November eröffnen können”, betont Kießlich, dass die Bauarbeiten nach Plan laufen.
Weit weniger fortgeschritten ist das nächste „Bauprojekt”: Wie der künftige Badesee am Töttelberg westlich des Alten Postwegs in Kirchhellen einmal aussehen wird, lässt sich nur erahnen, wenn man das Aussandungsgebiet betrachtet. Mit Hilfe eines Plans, der Badesee, Sandstrand und sogar einen Campingplatz vorsieht, versucht Giebelstein einen Eindruck von der Zukunft zu vermitteln. Eine Zukunft, die nach Einschätzung Giebelsteins vielleicht schon in sechs Jahren Realität werden könnte.
Ebenfalls noch weitgehend Zukunftsmusik ist das Gewerbegebiet am Flugplatz Schwarze Heide, der dritten Station der Tour. Zwar kann Giebelstein auch dafür einen detaillierten Bauplan zeigen, doch das Interesse der Tourteilnehmer hält sich in Grenzen. „Das kommt dem Bürger sowieso nicht zugute”, sagt ein älterer Herr.
Immerhin kann auch er die „schöne Gegend” im Norden der Stadt genießen, als es weiter geht nach Feldhausen. Dort beeindrucken die wie Pilze aus dem Boden schießenden vielen Neubauten im Gebiet westlich der Von-Galen-Straße, die, wie Dieter Giebelstein erklärt, trotz fehlender Infrastruktur stark nachgefragt seien.
Die Rundfahrt endet am Berliner Platz, der wohl eindruckvollsten Baustelle Bottrops. Nach einem Imbiss im Baucontainer – die Brötchen wurden übrigens von GSB-Mitarbeiterinnen selbst geschmiert – erklärt Giebelstein die Hintergründe und Planungsvorgaben für das Großprojekt. Aber er berichtet auch von den Schwierigkeiten, mit denen die Bauingenieure zu kämpfen hatten, davon, dass 1400 Anker gesetzt werden mussten, um zu verhindern, dass das Fundament vom Grundwasser hochgedrückt wird. Inzwischen aber sei die „Wanne” fixiert, so dass nun mit dem Bau der zweigeschossigen Tiefgarage mit ihren 580 Stellplätzen begonnen werde. Sichtbares Zeichen dafür, dass es jetzt „in die Höhe” geht, sind auch die beiden Baukräne, von denen einer erst am Freitag aufgestellt wurde.
0mitdiskutieren