Leserstimmen zu den Ikea-Plänen

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Auf der Internetseite waz.de und im sozialen Netzwerk Facebook diskutieren die Leser Möbelhauspläne. Die Möbelhändler vor Ort bleiben gelassen.

Bottrop..  Die Nachricht, dass Ikea eine Filiale in Bottrop eröffnet hat für zahlreiche Reaktionen gesorgt. Im Facebook-Auftritt der Lokalredaktion hat die Meldung hohe Wellen geschlagen. Kein anderer Eintrag der Lokalredaktion in dem sozialen Netzwerk hat bisher mehr Reaktionen hervorgerufen. Über 400 Leser haben die Nachricht mit einem „gefällt mir“ markiert. Viele haben auch Kommentare zu der Entwicklung abgegeben. Dasselbe auf dem Internetportal waz.de.

Freude überwiegt

In der Regel überwiegt die Freude, dass sich die Stadt gegen Konkurrenten durchgesetzt hat. Es gibt aber auch nachdenkliche oder ablehnende Stimmen. So erinnert ein Leser unter dem Pseudonym Pschmidt daran, dass Ikea mit allen Kniffen Steuerzahlungen vermeidet. Und damit ist er nicht der einzige. Unter dem Pseudonym Wasistdas fragt ein Leser nach der Qualität der Arbeitsplätze: „Welche Arbeitsplätze? Überwiegend Teilzeitjobs und nicht gut bezahlt. Keine Jobs für die Bergleute (nach dem Ende des Bergbaus) oder z.B. für Akademiker.“

Bei Facebook freut sich Claude Matthieu: „Endlich tut sich mal wieder was in unserer schönen Stadt. Ich find es gut. Man mag von Ikea halten, was man will... zahlende Kundschaft bringen sie auf jeden Fall“, so das Fazit dieses Lesers. Auch Andreas Houben sieht es ähnlich. In seinen Augen kurbelt Ikea die Wirtschaft an. Das sieht auch der Leser mit dem Pseudonym rehey auf der WAZ-Internetseite so: Ein derartiges wirtschaftliches Schwergewicht tue der Stadt gut, so sein Urteil. Er hofft darüber hinaus würden weitere Arbeitsplätze entstehen und andere Unternehmen könnten dem Ikea-Beispiel folgen.

Manch einer fürchtet aber schon ob des geplanten Standortes um die Natur im Kraneburger Feld. Dagegen planen andere Leser bei Facebook schon den ersten Ikea-Bummel. Doch das wird sicher noch mindestens bis 2018 dauern. Die Sorge um den Ikea-Standort Essen, den manche nach Bekanntgabe der neuesten gelb-blauen Adresse hatten, erwies sich ja nun im Nachhinein als unbegründet, hat sich das Unternehmen doch auch zum Standort in der Nachbarstadt bekannt und will dort neu bauen.

Manch ein Leser äußert bei Facebook jedoch auch Sorgen um andere Einzelhändler. Konkret fragt sich unter anderem Marco Gräbe um die Auswirkungen auf das benachbarte Möbelhaus Ostermann. Und auch auf die Innenstadt könnte Ikea Auswirkungen habe, so die Befürchtung einiger Leser.

Einige Kommentatoren werfen dagegen alles in einem Topf. lehnen einen Ikea-Ansiedlung mit Verweis auf das nicht fertig gestellte Hansa Center ab oder fordern statt eines Möbelladens lieber einen Elektronikmarkt im Stile eines Media Markts oder Saturns. So äußert beispielsweise Marina Krisch: „Wie wärs mal mit einem Saturn oder Mediamarkt? Die Hansa Zentrum Ruine wird ja nie fertig werden. Wir brauchen mal einen vernünftigen Elektronik Store.“ Und auch die Leserin mit dem Pseudonym Mi Na findet: „Was Bottrop bräuchte wäre ein Elektroladen, kein Möbelladen.“

Möbelhäuser reagieren gelassen auf Mitbewerber

Bei Möbel Beyhoff sieht man die Ikea-Pläne gelassen. Geschäftsführer Klaus Beyhoff sieht keine Auswirkungen auf seinen Laden. „Unser Sortiment überschneidet sich nicht mit Ikea. Wir haben keine zerlegte Ware und eine Schwerpunkt bei uns liegt auf Küchen.“ Überhaupt sieht Beyhoff einen Unterschied was die Qualität und die Preise angeht. „Wer ein Metallbett für 90 Euro sucht, der kommt nicht zu uns“, verdeutlicht Beyhoff die Unterschiede.

Gleichwohl glaubt er, dass eine Ikea-Filiale Auswirkungen haben könnte – und zwar auf die Innenstadt. Denn: „Ikea macht inzwischen 60 Prozent seines Umsatze nicht mit Möbeln.“ Stattdessen kauften die Kunden bei dem schwedischen Konzern Deko-Artikel. Haushaltswaren oder Teppiche.

Zurückhaltend äußert sich Ostermann. Eine abschließende Stellungnahme könne man noch nicht abgeben, da man auch erst aus der Presse von den Ikea-Plänen erfahren habe teilt das Unternehmen schriftlich mit. Doch Auswirkungen auf die aktuellen Umbau- und Erweiterungspläne am Ostermann-Standort in der Boy habe die Ikea-Entscheidung nicht. Grundsätzlich scheut Ostermann aber wohl nicht vor Ikea-Niederlassungen in der Nähe eigener Möbelhäuser zurück. Denn im Duisburger Norden plant Ostermann selbst eine neue Niederlassung in unmittelbarer Nähe zu den Schweden. Diese Überlegungen verliefen weiterhin plangemäß heißt es auf Nachfrage: „Der Baubeginn steht nach Fertigstellung der Erweiterung und des Umbaus unseres Standortes in Haan an.“

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