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Leserbeirat der WAZ Bottrop schaut aufs Stadtgeschehen

18.02.2016 | 20:09 Uhr
Leserbeirat der WAZ Bottrop schaut aufs Stadtgeschehen
Zu einer lebhaften Diskussionsrunde trafen sich Mitglieder des Leserbeirats und Redakteure am Donnerstagabend im WAZ-Konferenzraum.Foto: Michael Korte

Bottrop.   Das Gremium traf sich zum Gedankenaustausch mit der Redaktion. Berliner Platz, Rathaus-Quartier, Saalbau, Kulturzentrum und Flüchtlinge waren Thema.

Mehr Einigkeit geht nicht: Der mit Vorschusslorbeeren bedachte Berliner Platz erweist sich als Flop und steht dazu auch noch im Schatten der Bauruine Hansa-Center. Das sahen alle WAZ-Leserbeiräte in einer Redaktionsrunde gleich. Die Aufenthaltsqualität des Veranstalungsplatzes gehe gegen Null.

Umso glanzvoller erscheinen Rathausplatz und Gladbecker Straße, seitdem dieses City-Quartier unterhaltsam bespielt wird mit dem Feierabend-Markt und den Aktionen der dortigen Interessengemeinschaft. „Davon darf es ruhig noch mehr geben“, meinte Leserbeirätin Michaela Lobert-Muschiol. René Heyse hob die Lage hervor. „Das Rathaus ist nun einmal die Mitte dieser Stadt.“

Heyse blickt mit Spannung auf die Entwicklung nach Karstadt. „Mir ist schleierhaft, wie das angekündigte Hotel in den oberen Etagen funktionieren soll. Wo parken die Gäste? Wie transportieren sie ihre Koffer? Wie soll der Anlieferverkehr geschehen?“ Vor dem Hintergrund der neuen Ladenlokale in dem Gebäude sah die Runde schwarz für die Entwicklung des Hansa Centers. Und: „Der Abzug des Kaufhauses wird Auswirkungen auf das Warenangebot haben. Es lässt schon länger zu wünschen übrig“, wie Cornelia Dijkhuizen feststellte. „Der Einfluss der Neuen Mitte Oberhausen und des Limbecker Platzes in Essen ist einfach zu groß. Für Bottrop war der Bau dieser Zentren schädlich.“

Die gute Stube der Stadt soll in absehbarer Zeit abgerissen werden. Braucht Bottrop einen neuen Saalbau? Der Leserbeirat bejahte. „Man muss keine Westfalenhalle bauen“, sagte Harald Uschmann. „Aber es sollte eine Stätte geben, in der auch größere Veranstaltungen stattfinden können. Sie wäre ja auch ein Aushängeschild.“ Auf Zustimmung des Leserbeirats traf der beschlossene Ausbau des Kulturzentrums. „Ein Gewinn.“

Dass der Saalbau gegenwärtig zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wird, sei „wohl eine Entscheidung vom Schreibtisch aus gewesen“, wie René Heyse meinte. Es sei doch jedem klar, dass eine gleichmäßige Verteilung kleinerer Gruppen von Flüchtlingen die bessere Lösung ist. Michaela Lobert-Muschiol blickt zum Beispiel nach Fuhlenbrock, „wo noch gar keine Flüchtlinge untergebracht sind und es leere Räume an der Ludgeruskirche gibt.“ Martin Kohlhaw aus Kirchhellen kann sich gut vorstellen, dass die dortigen Unterkünfte in eigens errichteten Holzhäusern als Modell für andere Stadtteile dienen. „Hauptsache, die jeweilige Anzahl von Flüchtlingen bleibt klein.“ Dass es im Gegensatz etwa zur Nachbarstadt Essen in Bottrop keine massiven Gegenbewegungen gibt, führt Kohlhaw eher auf glückliche Umstände zurück.

Positiv bewertete die Runde den Umstand, dass es in dieser Stadt bisher gelang, 60 Prozent der Asylsuchenden in angemieteten Wohnungen unterzubringen. Kohlhaw: „Das sollte die Politik als Erfolg ruhig deutlicher publik machen.“

Die allgemeine Schlussfrage lautete: Wie steht Bottrop zurzeit da? „Mittelmäßig“, hieß es unisono. Daniel Borowiak fasste zusammen: „Es gibt gute Ansätze. Die Gastromeile zum Beispiel oder auch die Investitionen in die Kultur. Die Probleme mit den Flüchtlingen kommen aber erst noch.“

Michael Friese

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2016-02-18 20:09
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