Lena Schaare meistert das Studium mit Kind

Lena Schaare nutzt mit Söhnchen Aaron gern den Eltern-Kind-Raum an der HRW, der Arbeitsplatz mit Wickelkommode und Spielangebot kombiniert.
Lena Schaare nutzt mit Söhnchen Aaron gern den Eltern-Kind-Raum an der HRW, der Arbeitsplatz mit Wickelkommode und Spielangebot kombiniert.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Wirtschaftsinformatik-Studentin findet: Die Hochschule Ruhr West (HRW) ist familienfreundlich. Mit Söhnchen Aaron nutzt sie gern den Eltern-Kind-Raum.

Bottrop..  Seit sechs Semestern studiert Lena Schaare Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Ruhr West (HRW). Und seit sechs Monaten ist sie Mutter des kleinen Aaron. Beides, sagt die 30-Jährige, lässt sich am Campus Bottrop gut miteinander kombinieren.

Wir treffen Lena Schaare und ihren Sohn am Eltern-Kind-Raum im Erdgeschoss der HRW. Für die Kinder von Studierenden oder Hochschulmitarbeitern ist das Zimmer ausgestattet mit Wickelkommode und Spielsachen. Für die Eltern gibt’s einen Arbeitsplatz. Gleich wird Aaron von Lenas Mann Jan Schaare abgeholt. „Er hat ein Jahr Elternzeit genommen“, erklärt die junge Mutter. Eine Voraussetzung dafür, dass sie recht schnell nach der Geburt wieder ins Studium einsteigen konnte. Mindestens genauso wichtig: Von Anfang an seien die meisten Professoren sehr verständnisvoll gewesen – bei dem gelegentlich nötigen Mitbringen des Babys, Stillpausen oder der Verschiebung von Prüfungen, die eigentlich kurz nach der Geburt anstanden.

Grundsätzlich schätzt die junge Frau an der HRW, dass „die Türen der Professoren immer offen sind“. Sie mag es, am Aufbau der noch jungen Hochschule mitwirken zu können. Und sie nutzt vielerlei Möglichkeiten, sich zu engagieren: Fünf Stunden in der Woche arbeitet sie als studentische Mitarbeiterin für Professorin Dr. Sabrina Eimler; im Mentoring-Programm „HRW Navi“ agiert sie ehrenamtlich als Lotse für Erstsemester; sie ist im Fachbereichsrat und dadurch auch in der Qualitätsverbesserungskommission. „Alles unter einen Hut zu bekommen ist teilweise wirklich schwierig – aber hier werden einfach tolle Möglichkeiten geboten.“ So konnte sie zum Beispiel auch schon sechs Monate lang Praxis-Erfahrungen als Werkstudentin bei Schenker in Essen sammeln. „Es ist spannend zu gucken, was im Berufsleben von uns erwartet wird.“

Als Wirtschaftsinformatikerin wird Lena Schaare später an der Schnittstelle arbeiten „zwischen der reinen IT-Abteilung und den Geldgebern. Ich habe das technische Verständnis und weiß, wie Dinge umgesetzt werden können. Gleichzeitig habe ich das Budget im Blick.“ Ein vielseitiger Job, auf den die junge Frau sich schon freut.

Von der Elbe an die Emscher

Dabei hatte sie schon einen anderen Beruf erlernt und auch ausgeübt – nämlich Mediengestalterin in Hamburg. Von der Elbe an die Emscher kam sie mit ihrem Mann eigentlich, weil dieser in Essen seinen Master machen wollte. Er fand dann aber einen Job bei Innovation City – und sie entschied sich mit 27 noch einmal für ein Studium. „Alle Freunde in Hamburg haben damals gemeint: Ihr könnt doch nicht nach Bottrop ziehen! Aber jeder, der uns besucht, sagt: So hab ich mir das gar nicht vorgestellt.“ Lena Schaare mag Bottrop – und besonders auch das neue Hochschul-Gebäude. Allerdings hat sie das Gefühl, dass der Bau mit seiner Kupferfassade bei vielen Bottropern nicht so gut ankommt. „Ich finde es immer schön, wenn zum Beispiel ältere Menschen reinkommen, sich die Hochschule angucken und in der Mensa essen. Es ist ein Gebäude, das für jeden offen ist“, sagt Lena Schaare. Eine Einladung an alle Neugierigen – und vielleicht gerade auch an alle Skeptiker.