Lazarett befand sich in der Martinskirche

Tage später, als sich das Ende des Krieges abzeichnete, versuchten deutsche Soldaten, die sich auf dem Parkfriedhof verschanzt hatten, die anrückenden GIs mit leichter Artillerie aufzuhalten, was ihnen aber misslang. Die Amerikaner nahmen die Deutschen sofort unter Beschuss. Als Ruhe einkehrte und Josef Bucksteg mit seiner Familie nach Hause zurückkehrte, stellte er fest: „Dort, wo vorher mein Bett gestanden hatte, war ein großes Loch in der Hauswand – eine amerikanische Granate hatte mein Zimmer voll getroffen. Da hatte ich wohl einen Schutzengel gehabt.“

Ebenfalls an ihre Einsätze in Bottrop kann sich die 95-jährige ehemalige Krankenschwester Maria Henkemeyer erinnern. Sie war damals, über Belgrad und Baden bei Wien nach Bottrop gelangt, denn sie stammte aus dem benachbarten Osterfeld. „Jeden Tag ging ich zu Fuß von dort nach Bottrop-Mitte, wo sich in der Martinskirche unser Lazarett befand“, erzählt Maria Henkemeyer. An den 28. März 1945 kann sie sich noch gut erinnern. „Mein Vorgesetzter, ein Stabsarzt, drückte mir ein Schreiben in Hand und verschwand. Mir war es vorbehalten, die Kirche, die monatelang als Lazarett gedient hatte, abzuschließen. Den Schlüssel warf ich danach in den Briefkasten des Pfarrhauses oder Pfarrheimes“, erzählt die Seniorin.