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Schülerpraktika

Lange Wege, wenn's gefällt

18.01.2010 | 17:30 Uhr

Bottrop. Schülerpraktikanten suchen sich ihren Platz zunehmend auch in Nachbarstädten, hat das Josef-Albers-Gymnasium beobachtet.

Gefragt wie im richtigen Leben auch schon im Praktikum: der klassische Dienstleistungsbereich. Von den 151 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 des Josef-Albers-Gymnasium haben sich mehr als die Hälfte für den Job auf Zeit in dem Bereich entschieden.

Zum weiter gefassten Dienstleistungsbereich gehören auch die freien Berufe in den Apotheken, Arztpraxen und Kanzleien - 25 Prozent der jungen Leute verbringen da in diesen Tagen ihr Praktikum. Das Interesse an Stellen im handwerklich-industriellen Bereich ist hingegen etwas gesunken - auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung und natürlich auch schulformspezifisch zu sehen.

Neu sei eine Tendenz zu Bewegung und Sport: Immerhin zehn Schülerinnen und Schüler haben sich einen Praktikumsplatz z.B. im Alpincenter, im Tanzsport oder beim Pferdetraining ausgesucht.

Schulische und außerschulische Kontakte

PRAKTIKA
Auch an der Uni

Die Schülerinnen und Schüler konnten sich vor der Wahl ihres Praktikumsplatzes per Internet mit Hilfe der Anleitung durch die Agentur für Arbeit genau über den Beruf informieren, den sie im Praktikum ausprobieren wollten.

Im Rahmen eines anderen Praktikums, des Dualen Orientierungspraktikums können SchülerInnen der Sekundarstufe II durch Hospitation auch schon Einblick ins Studium bekommen.

Bei der Suche nach Praktikumsplätzen (übrigens in allen Fällen von den jungen Leuten eigenständig angegangen) bewegen sich die jungen Menschen aber mehr als früher über die Stadtgrenze hinaus, hat die Schule festgestellt. Das scheint mit schulischen wie außerschulischen Kontakten zusammen zu hängen. Institute der Uni Essen-Duisburg, das Tonstudio am Gelsenkirchener Musiktheater, ein Bildungszentrum in Herne, ein Maschinenbauunternehmen in Gladbeck, eine Firma in Essen und in Wattenscheid sind Praktikumspartner.

Oberstudienrätin Wiltrud Läufer und ihr Kollege Studiendirektor Willi Sintzen, die für die Praktikumsorganisation des Josef-Albers-Gymnasiums zuständig sind, sehen die Suche nach zunehmend spezielleren Praktikumsplätzen als Folge der Mittelstufen-Differenzierung, die schon konkretere Wünsche hervorbringt. Zudem sind die aktuellen Praktikanten dem Schulabschluss näher als ihre Vorgänger: Das ist der erste Jahrgang, der das Gymnasium in acht Jahren absolviert.

In der Jahrgangsstufe 8 und 9 erhielten die Schüler schon den theoretischen Einstieg in die Arbeitswelt. Den Praxisbezug haben sie erstmalig in einem Bewerbungstraining mit der AOK erlebt (die WAZ berichtete) und erlebt, dass neben Wissen auch Auftreten wichtig ist.

Im Februar wird das Praktikum nachbereitet mit Mappen und Präsentation.

Helga Pillar

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