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Wohnen im Alter

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11.08.2009 | 15:48 Uhr

Möglichst lange und selbstständig in der eigenen Wohnung zu leben, das ist die sozialpolitische Leitlinie. Doch es fehlt auch in Bottrop an entsprechenden barrierfreien Altenwohnungen und Unterstützungsangeboten.

Rund 1500 Altenwohnungen gibt es in der Stadt, davon sind 75 Prozent mit öffentlichen Mitteln finanziert. Die Wartezeit auf eine solche öffentlich geförderte Altenwohnung, für deren Bezug ein Wohnberechtigungsschein erforderlich ist, beträgt allerdings zurzeit rund vier bis fünf Jahre. „Es besteht großer Handlungsbedarf”, sagt Maria Thon, die beim Sozialamt der Stadt Bottrop für die Altenplanung zuständig ist. Vorrangige Ziele: Vorhandene Wohnungen altengerecht und barrierefrei umbauen sowie neue Altenwohnungen bauen, aber auch entsprechende Unterstützungssysteme schaffen. „Rund 60 Prozent der Altenwohnungen in Bottrop sind für Ein-Personen-Haushalte gedacht”, sagt Maria Thon. Die Anzahl der Alleinlebenden – häufig durch Verwitwung und zumeist Frauen – wachse mit steigendem Alter. Daher sei es von besonderer Bedeutung, durch Unterstützungsangebote ein längeres selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Mit Projekten (z.B. „Gemeinsam alt werden in Ebel”) und Befragungen (z.B. „Aktiv im Alter” im Eigen und in der Stadtmitte) soll zudem die soziale Infrastruktur im Wohnquartier verbessert werden.

Selbstständig

Daneben haben die Bottroper Pflegekonferenz und der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Familie die Arbeitsgruppe „Selbstständig leben im Alter” ins Leben gerufen. In diesem Kreis sitzen Vertreter aller Beteiligten – darunter die Wohnungsbaugesellschaften, Wohlfahrtsverbände und Pflegedienste – zusammen und entwickeln Maßnahmen, die der Förderung und Unterstützung des selbstständigen Wohnens dienen.

„Die Wohnungswirtschaft hat den Handlungsbedarf erkannt. Eine Wohnung einfach zu vermarkten, reicht heute nicht mehr”, sagt Hans-Jürgen Bode, Geschäftsführer der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Bottrop (ehemals „Gemeinnützige”). So bietet die GBB ihren Mietern Zuschüsse zu den Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen an, die von sozialen Anbietern erbracht werden. Eine weitere Möglichkeit, länger in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben, bietet das „Betreute Wohnen”. Bislang jedoch haben die Anbieter von Seniorenwohnungen in Bottrop auf eine entsprechende Zertifizierung – Betreutes Wohnen ist nach DIN 18700 verbindlich definiert – verzichtet.

Eine Alternative zum Umzug in ein Pflegeheim schließlich noch die so genannte „heimverbundene Altenwohnung”.

Harald Jelonnek

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