Kulturzentrum soll erweitert werden

Die Pläne der Stadt zur Erweiterung des Kulturzentrums und der Umgestaltung des Kulturhofes werden konkret. Wie Heribert Wilken, Leiter des Amtes für Tiefbau und Stadterneuerung und Kulturamtsleiter Dieter Wollek bestätigen, gibt es im Herbst eine beschränkte Ausschreibung, an der drei Architekturbüros, zwei davon aus Bottrop, für die Neugestaltung eines zentralen Eingangsbereiches zum Kulturzentrum am jetzigen Durchgang zwischen Böckenhoffstraße, Kulturhof und dem „jungen museum“ beteiligt werden.

Mehr Ausstellungsfläche und Service

Dessen Holzbau soll nach den Plänen von Kulturamt und Stadterneuerung abgerissen werden. Allerdings nicht ersatzlos, wie Dieter Wollek und Heribert Wilken betonen. Vielmehr will man die Ausstellungsfläche in einen neuen Querriegel integrieren, der anstelle des jetzigen kleinen hölzernen Eingangsbereiches zur „Lebendigen Bibliothek“ errichtet wird. Damit wolle man nicht nur die Attraktivität des gesamten Areals erhöhen, sondern auch - mit Blick auf die ursprünglich von Bernhard Küppers entworfenen Pläne - die Funktion und das Platzangebot des Kulturzentrums mitten in der Stadt verbessern.

„Die mittlerweile alten Küppers-Pläne, die zuletzt 2001 überarbeitet wurden, sollen nicht eins zu eins umgesetzt werden“, sagt Dieter Wollek. Aber es bestehe Bedarf nach einer verbesserten Eingangssituation für das gesamte Kulturzentrum und vor allem auch für Ausstellungsflächen für Bottroper Künstler oder auch die regelmäßigen Präsentationen des Stadtarchivs. „Vielleicht gelingt es sogar, ein kleines Café für alle Besucher und Mitarbeiter der zwischen Blumen- und Böckenhoffstraße angesiedelten Einrichtungen einzurichten“, so Dieter Wollek.

Zu diesen Einrichtungen gehören neben Bibliothek und VHS auch die Musikschule, das Stadtarchiv und die Kulturwerkstatt.

„Wir möchten dem gesamten Platz ein sinnvolles Wegesystem und vor allem auch eine optisch befriedigende, einheitliche Anmutung geben und dazu muss das Areal des Kulturhofs als großes Ganzes betrachtet werden“, sagt Heribert Wilken aus der planerischen und baulichen Sicht. Ob am Ende doch der von Küppers mitgeplante Theater- oder Bürgersaal gebaut wird?

Keine Option verbauen

„Wir wollen uns jedenfalls keine Option verbauen“, sagt Wilken. Nach dem Umbau des alten Jungengymnasiums zum Kulturzentrum vor vielen Jahren folge jetzt erst einmal der zweite Schritt. Aber vielleicht könne ja die für einen Theatersaal gedachte Fläche in den Sommermonaten mit einer Art Sonnensegel als Freiluftbühne genutzt werden, so Wilken.

Konkret solle aber auf 270 Quadratmetern - die sind als bespielbarer Raum angedacht - eine Art Kunstforum entstehen mit einer laufenden Wandfläche von etwa 40 Metern, guter Beleuchtung, Belichtung, sowie Energieeffizienz, die heutigen Standards angepasst seien.

Der barrierefreie Eingangsbereich wird die Theaterkasse, Garderoben, Toiletten und einen Servicebereich von rund 250 Quadratmetern beherbergen. Dazu kommen noch etwa 70 Quadratmeter Lagerfläche, unter anderem für Galeriebedarf, Material der Theaterkasse, temporäre Bestuhlung oder Technik. Der neue Bau soll so die bisherigen Eingänge an der Blumen- und Böckenhoffstraße und vor allem die Ausstellungsprovisorien in den früheren Schulfluren und den kleinen , energetisch vollkommen unzureichenden Räumen des bisherigen „jungen museums“ ablösen.

Die Grünfläche neben dem Parkhaus soll als geplanter Skulpturengarten ein schönes Entree zum neuen Eingang des Kulturzentrums bilden.