Kulturelle Höhepunkte in diesem Jahr

Das Kultur-Jahr 2015 wartet neben dem klassischen Angebot der Theater- und Konzertreihen, dem Kino-Programm im Filmforum oder den zahlreichen Konzerten in den Kirchen der Stadt auch mit einigen Höhepunkten auf. Manche werden sicher ein breites Publikum anlocken wie die Aufführungen auf der Halde oder das neue Grusel-Labyrinth. Anderes dürfte eher etwas für speziell Interessierte sein.

Dauerbrenner des Reviers

Die fünf Aufführungen vom 5. bis 9. Juni auf der Halde bringen jedenfalls ein echtes Revier-Produkt auf die höchste Bühne des Ruhrgebiets. „Liebesperlen“: Die Show aus der Feder des Dortmunder Gespanns Jürgen Uter und Heinrich Huber - die jetzt vom Ensemble des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel gestemmt wird - hat zwar schon über zwei Jahrzehnte auf dem Buckel, wurde immer wieder aufgepeppt und verfehlte die Wirkung beim Publikum nie.

Neuzeitlich, neu inszeniert: Heinrich Huber arrangiert neue Medleys, Jürgen Uter schreibt neue Sketche - denn wenn eines sicher ist, dann, dass vor ihnen nichts sicher ist: Ob auf hoher See, in der Pizzeria oder „ABBA“ in Griechenland. Selbstlos, selbstbewusst, selbstironisch: Hits der 50er, 60er und 70er. Altbewährtes und gut Gemachtes.

Als Kontrast dazu, aber nicht weniger spannend, wird die große Walker-Evans-Retrospektive im Quadrat sein. Vom 27. September 2015 bis 10. Januar 2016 zeigt das Bottroper Haus einen der wichtigsten US-amerikanischen Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Schau „Depth of Field“ wird vom Bottroper Museumsteam mit dem High Museum of Art in Atlanta erarbeitet und zeigt etwa 180 Fotos, die aus den wichtigsten fotografischen Sammlungen der USA wie dem Museum of Modern Art, dem Metropolitan Museum, dem Getty Museum und bedeutenden Privatsammlungen in den USA und Europa stammen. Außerdem zeigt das Quadrat Malerei von Ricardo Saro (1. März bis 24. Mai) und ab 31. Mai bis 30. August die Schau „Sol LeWitt - Walldrawing“.

Kammeroper im Kammerkonzertsaal

Die Kulturkirche Heilig Kreuz feiert im kommenden Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. 1955 erbaute der bekannte deutsche Nachkriegsarchitekt Rudolf Schwarz das markante Gotteshaus am Rande der Innenstadt, das heute unter Denkmalschutz steht. Neben zahlreichen Konzerten und Performances gibt es auch im März eine Umfangreiche Schau mit Werken des 2012 verstorbenen Bottroper Künstlers Helmut J. Psotta. Bereits im Januar ist die Kirche natürlich auch Spielort des Festivals „Orgel Plus“.

Der Kammerkonzertsaal im Kulturzentrum ist nicht nur Schauplatz für Konzerte, beispielsweise des Klavierfestivals Ruhr, der Konzertreihe „Best of NRW“ oder dem Dozentenkonzert der Musikschule am 18. Januar zum 25-jährigen Bestehen der Institution. Am 6. Februar ist dort auch der bekannte Rezitator Lutz Görner zu Gast. Mit Nadja Singer am Flügel taucht er ein in Welt und Werk Ludwig van Beethovens.

Für einen besonderen Höhepunkt sorgt der Bottroper Kai Röhrig, frischgebackener Professor am Salzburger Mozarteum, mit dem Bottroper Kammerorchester am 21. Februar. Dann steht Salvatore Sciarrinos Kammeroper „Infinito Nero“ auf dem Programm, einem Werk, das sich mit dem Leben der florentiner Mystikerin Maria Maddalena de Pazzi auseinandersetzt, die um 1600 lebte.