Kulturamt Bottrop stellt neues Programm vor

Dieter Wollek (rechts), Ilse Ortmann (Mitte) und Gestalterin Nina Golischewski mit dem neuen Programmheft. Darauf zu sehen: die Figur der Senta.
Dieter Wollek (rechts), Ilse Ortmann (Mitte) und Gestalterin Nina Golischewski mit dem neuen Programmheft. Darauf zu sehen: die Figur der Senta.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zwischen Avantgarde und Altbewährtem, zwischen Wagner und Wagnissen: Das Kulturamt hat das Programmheft für die Spielzeit 2015/16 vorgestellt.

Bottrop..  Die Theater- und Konzertsaison 2015/2016 kann beginnen: Das Kulturamt stellte jetzt sein Programm bis zum Juni nächsten Jahres vor, der Vorverkauf beginnt am Freitag, 12. Juni (Infobox). „Wir bieten in diesem Jahr auch Experimente, aber ohne zu weit weg vom Traditionellen zu gehen“, fasste Kulturamtsleiter Dieter Wollek die rund 60 Termine zusammen.

Die experimentellen Wagnisse, sie sind vor allem Folge der in diesem Jahr weiter ausgebauten Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste. So werden etwa am 20. November 2015 zwei Kompositionsstudenten der Essener Uni als Duo „Denouement“ elektronische Musik mit abstrakten Filmen verbinden oder am 15. April 2016 Tanzstudierende selbst entworfene Choreographien präsentieren, die mit Sicherheit einige künstlerische Konventionen brechen werden.

Gehversuche großer Komponisten

Aber auch bei der Aufbereitung von Werken großer Komponisten, so Wollek, wolle man in dieser Spielzeit Ungewohntes versuchen: Bei dem Sinfoniekonzert „Erstlinge“ am 25. Oktober werden die ersten Gehversuche von Wagner, Beethoven oder Strauss vom weltweit bekannten Dirigenten Eckehard Stier interpretiert. Auch das im Januar stattfindende „Orgel PLUS“-Festival soll sich in seiner 28. Ausgabe nicht nur an Traditionen bedienen, sondern auch Hip-Hop mit Orgelmusik verbinden.

Als Höhepunkt des Theaterprogramms nennt die stellvertretende Amtsleiterin Ilse Ortmann „Das Boot“ (9. Mai 2016) in der anspruchsvolleren Theaterreihe A. Das Stück nach dem Romanbestseller soll vor allem durch sein „imposantes Bühnenbild“ hervorstechen, so Ortmann. Als Publikumsmagneten für die humorvollere Reihe B setzt das Kulturamt auf die Bühnenversion der Kult-Sitcom „Golden Girls“ am 25. April 2016.

Ganz besonders von den anderen Spieltagen abheben soll sich das Großprojekt „Der fliegende Holländer“ als letzte Veranstaltung der Spielzeit vom 31. Mai bis zum 8. Juni 2016. Nach „AIDA“ im Jahr 2010 kommt damit wieder eine Oper auf die Halde Haniel. Dieter Wollek nennt das Stück von Jungregisseur Thomas Grandoch „ein gigantisches Großprojekt“, rund 300 Leute seien involviert.

Neu bekannt gab die Stadt auch die Besetzung weiterer Hauptrollen: Für die Figur des Holländers konnten die Niederländer Bastiaan Everink und Martijn Sanders gewonnen werden, Michael Tews wird in die Rolle des Dalands schlüpfen, Christian Sturm spielt den Steuermann und Lars Rühl Sentas Verehrer Erik. Elisabeth Otzisk, ein bekanntes Gesicht aus „AIDA“, gibt Senta ihre Stimme.

Programmheft liegt jetzt aus

Der Kartenverkauf beginnt in der Theaterkasse des Kulturzentrums, Blumenstraße 12-14, für alle Veranstaltungen am 12. Juni 2015. Telefonische Bestellungen werden erst ab dem 15. Juni entgegengenommen, dann unter der Telefonnummer 02041/703831. An anderen Vorverkaufsstellen werden Karten ab dem 16. Juni erhältlich sein.

Das Programmheft wurde an über 3000 Haushalte in Bottrop verteilt und liegt an der Theaterkasse und anderen öffentlichen Stellen aus. Das Heft kann auch im Internet als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Kulturamt setzt Schwerpunkt auf Jugend

Mit dem neuen Programm legt das Kulturamt auch einen Schwerpunkt auf die Jugend. „Aber das Angebot ist noch kleiner als die Nachfrage“, so Amtsleiter Dieter Wollek. Als Ausblick für die nächste Saison darf also bereits festgehalten werden: Bei dem Angebot für Kinder und Jugendliche will das Kulturamt weiter aufstocken.

Mitglieder des „Miniklassikklubs“ (ab vier Jahren) und des „Kinderklassikklubs“ (für Grundschulkinder) bekommen Eintritt in eine Reihe von Konzerten, die auf ihr Alter zugeschnitten sind – wie „Die abenteuerliche Reise ins Morgenland“ (Foto) für die Größeren oder französische und spanische Mitmach-Stücke für die Kleinen.

Auch gibt es wieder die Reihe „Theater Mobil“. bei der Aufführungen an den Vormittagen in Kindergärten und Schulen veranstaltet werden. Für die weiterführenden Schulen werden unter anderem das abiturrelevante Kafka-Werk „Der Prozess“ oder „Philotes“, ein Stück rund um den Umgang mit Medien, auf die Bühne gebracht.