Kulturamt Bottrop mit neuer Reihe: Für jeden etwas dabei

Klassiker: „M - eine Stadt sucht einen Mörder“ von Fritz Lang, hier mit
Klassiker: „M - eine Stadt sucht einen Mörder“ von Fritz Lang, hier mit
Foto: Verleih
Was wir bereits wissen
Die kommende Theatersaison des Kulturamtes hält auch ein Stück über die Frauen von Diktatoren parat. Ab September: 36 Inszenierungen und Konzerte

Die neue Theaterreihe des Kulturamtes für die kommende Spielzeit 2015/2016 steht fest. Mit 36 Veranstaltungen quer durch die Gattungen, vom ernsten Theaterstück über die klassische Boulevardkomödie, Kabarett und den Kammer- und Chorkonzerten, deckt die Stadt ohne eigenes Theater das unterschiedliche Repertoire für Jugendliche und Erwachsene ab.

Zu den Kinder- und Jugendclubreihen, den Chorkonzerten des Musikvereins und der Reihe „Best of NRW“ wird in der Saison, die im September beginnt und jetzt im Kulturausschuss vorgestellt wurde, auch wieder ein so genanntes „Stifterkonzert“ geben. Am 25. Oktober ist die Neue Philharmonie Westfalen zu Gast im Lichthof des Berufskollegs.

Den Auftakt der Reihe A macht sofort ein prominenter Name. Doris Kunstmann, mit Fug und Recht die Unverwüstliche genannt, ist in dem aktuellen Stück „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ zu sehen.

In dieser skurrilen Komödie von Theresia Walser geht es um drei Ehefrauen ehemaliger Diktatoren: Margot Honecker, Imelda Marcos, die auf den Philippinen vor allem durch ihre viele tausend Paar Schuhe von sich reden machte und Leila Trabelsi, Gattin von Ben Ali, mit dessen Sturz in Tunesien der so genannte arabische Frühling begann.

Deren Leben soll verfilmt werden. Während sie zusammen mit einem Dolmetscher auf eine Pressekonferenz warten, versuchen sie verbissen, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Im Zickenkrieg sind sie sich nur in drei Punkten einig: Ihr schlechtes Image ist ein schreckliches Missverständnis, die Freiheit des Volkes wird überbewertet und entschuldigen muss man sich wirklich für gar nichts. So kurios und überzogen die Dialoge klingen, vieles haben die echten Diktatorengattinnen tatsächlich gesagt. Zum Beispiel Margot Honecker, die befand, die Mauertoten hätte es nicht geben müssen, es sei ja keiner gezwungen worden, darüber zu klettern . . .

Mit „Der Volksfeind“ nach Ibsen (u.a. mit Rufus Beck), dem Kriegsklassiker „Das Boot“ oder der Stummfilmadaption von „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“, inszeniert vom Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel ist die Reihe in der neuen Spielzeit äußerst farbenreich.

Den Auftakt der Saison macht aber die Reihe B mit einer zeitgenössischen Variation von Harriet Beecher-Stowes „Onkel Toms Hütte“ am 28. September. Und mit den „Golden Girls“ u..a mit Anita Kupsch trifft die Reihe sicher den Kult-Nerv.