Das aktuelle Wetter Bottrop 6°C
Kulturpolitik

Kultur braucht starke Zentren

16.01.2013 | 22:00 Uhr
Kultur braucht starke Zentren
Landtagsabgeordnete und stellv. Vorsuitzende des Kulturausschusses: Cornelia Ruhkemper (SPD) spricht über die kulturellen Schwerpunkte der Stadt aus Sicht der Sozialdemokraten.Foto: Birgit Schweizer

Bottrop. Kultur darf nicht nur betuchten Bürgern zur Verfügung stehen. So lautet eine der Kernthesen von Cornelia Ruhkemper. Damit dürfte sie sicher ihrer SPD aus der Seele sprechen. Die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Bottroper Kulturausschuss-Vorsitzende sieht das nicht klassenkämpferisch im alten Stil, sondern auch ganz pragmatisch.

„Wenn Kinder, auch aus den bildungsferneren Schichten, nicht durch Basisarbeit an Kultur herangeführt werden, brauchen wir später vielleicht kein Quadrat mehr, weil keiner mehr hingeht“, sagt die kulturpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten.

Grundangebot für alle halten

Damit hat Ruhkemper nicht nur die Eckdaten der kulturpolitischen Schwerpunkte ihrer Partei vorgezeichnet. Denn natürlich brauche Bottrop seine Institutionen, die auch nach außen wirken, genauso, wie die kulturelle Infrastruktur, die ein Grundangebot auf gutem Niveau sicher stelle. Nachdrücklich verteidigt sie das Bibliothekskonzept, das nach der Schließung der kleinen, wenig attraktiven Zweigstellen mit einer Stärkung der zentralen Stadtbibliothek einherging. Ein Ansatz, der vielleicht auch als Konzept für die ganze Stadt funktionieren könne: Starke Zentren schaffen und alle in der Stadt davon profitieren lassen.

Und das Museumszentrum Quadrat? Für Cornelia Ruhkemper auf jeden Fall auch so ein starkes Zentrum, das in seiner Vielfalt von Kunst über Natur- bis zur Stadtgeschichte auf jeden Fall erhalten werden muss. Einem Ausbau - mit einer neuen Halle für Wechselausstellungen - steht sie wohlwollend-kritisch gegenüber. „Diese Diskussion möchte ich derzeit nicht führen, das wäre angesichts der städtischen Finanzlage auch gar nicht zu vermitteln.“ Die Kulturpolitikerin sieht allerdings die Notwendigkeit dieser Erweiterung und würde die auf jeden Fall unterstützen. Vorausgesetzt: Man bekommt Geld vom Land oder Stiftungsmittel, so dass die Stadt den kleinstmöglichen Betrag stemmen müsste.

Anders sieht Ruhkemper den im Sparkonzept beschlossenen Wegfall der Museumsstelle für Ur- und Ortsgeschichte. Die Entwicklung müsse beobachtet werden. Bei der Neupositionierung des Hauses sei die Stellenstreichung jedoch kontraproduktiv. Zugleich macht sich die Politikerin für eine Stärkung der historischen Abteilung des Hauses stark. „Die Heimat- und Stadtgeschichte wurde vernachlässigt. Da wäre eine engere Zusammenarbeit mit Bottroper Akteuren, wie Stadtarchiv oder Historischer Gesellschaft wünschenswert.“

Eigentlich müsste das Museum wie das Ruhrmuseum im Kleinen arbeiten und die Geschichte der Stadt exemplarisch zeigen. „Roter Faden“ könnte dabei die Kohle sein, was sie auslöste, welche Schichten profitierten aber auch die Entwicklung der Nach-Bergbau-Zeit ab 2018. Auch ein historisches Museum müsse „leben“.

Bei kultureller Bildung nicht mehr kürzen

Im WAZ-Kulturgespräch nahm SPD-Politikerin Cornelia auch Stellung zum Kulturetat der Stadt, der gerade einmal zwei Prozent des Gesamthaushalts ausmacht: „Natürlich wäre eine Anhebung auf fünf Prozent wünschenswert, aber wir kennen ja die finanzielle Situation der Stadt.“ Vielmehr müsse man verstärkt schauen, wo es Landes- oder Drittmittel gebe, die dann auch für Kulturarbeit genutzt werden könnten.

Bei Jugend und Kultur könne aus Sicht der SPD keinesfalls mehr der Rotstift angesetzt werden. Dagegen müsse man beim Saalbau schauen, ob und wie der sich aktivieren lasse oder wie weit die Hochschule Ruhr-West in die Nutzung einbezogen werden könne.

Und die große kulturpolitische Idee für Bottrop? „Da beschränken wir Kulturpolitiker aller Parteien uns allzu oft auf die institutionalisierte Kultur. Das aktiv-gestalterische Element der Kulturpolitik könnte stärker ausgeprägt sein.“

Dirk Aschendorf

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Der Cabrio-Bus steuert die Tetraeder-Halde in Bottrop an
Freizeit
Die erste Haldenrundfahrt findet am Karfreitag statt. In Bottrop ist der Bus am Karfreitag um 10.50 Uhr an der Tetraeder-Halde.
Frühjahrsaktion - Kostenloser Eintritt auch im Movie Park
Ruhrtopcard
Wer die Ruhrtopcard in der Zeit vom 1. bis zum 30. April kauft, nimmt an der Ation teil. Freier Eintritt in einen Freizeitpark. Drei zur Auswahl.
Comedy-Reihe im Bad in Bottrop mit „Den Doc seine Freunde“
Unterhaltung
Der Vorverkauf für die zweite Auflage des Comedy-Formats „Den Doc seine Freunde“ hat begonnen. Mitte Juni ist es dann soweit.
Sturmtief Niklas hinterlässt Spuren in Bottrop
Unwetter
25 Mal musste die Feuerwehr ausrücken vor allem wegen umgestürzter Bäume und Schäden an Dächern. Ein Dach am Stenkhoffbad deckt der Sturm ab und das...
Kinderschutzbund Bottrop feiert Ostern
Soziales
Das Wetter zwingt den Kinderschutzbund, sein Osterprogramm umzuplanen. Betreuer und Kinder nehmen es locker: ein Unwetter brachte ihnen einst Glück.
Fotos und Videos
Feuerwehr
Bildgalerie
Reportage
Wer erkennt diese Diebesbeute?
Bildgalerie
Einbruchserie
Polizeieinsatz
Bildgalerie
Bandido-Clubhaus
Jahrgangswald
Bildgalerie
Pflanzaktion
article
7489584
Kultur braucht starke Zentren
Kultur braucht starke Zentren
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/kultur-braucht-starke-zentren-id7489584.html
2013-01-16 22:00
Bottrop