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Kultfilm von 1931 kommt auf die Bühne

09.02.2016 | 17:50 Uhr
Kultfilm von 1931 kommt auf die Bühne
M - Eine Stadt sucht einen Mörder: Szene aus der Produktion des Westfalischen Landestheaters nach dem gleichnamigen Film von Fritz Lang, die jetzt in Bottrop zu sehen ist.Foto: WLT/Volker Beushausen

Bottrop.  Fritz Langs früher Tonfilm „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ ist jetzt in einer Inszenierung des westfälischen Landestheaters zu sehen. Zweite Filmadaption: „Das Lächeln der Frauen“

M - Eine Stadt sucht einen Mörder - der Film mit Gustav Gründgens, Otto Wernicke und Peter Lorre als Mörder war vor über 80 Jahren das, was man heute als Blockbuster bezeichnen würde.

Berlin in den 1930er Jahren: Die ganze Stadt spricht von den bestialischen Untaten eines Kindermörders. Die Bevölkerung sieht in jedem Fremden einen Verdächtigen. Trotzdem fällt ein Kind nach dem anderen Hans Beckert zum Opfer. Die Polizei unter dem Kommando von Kommissar Lohmann (Otto Wernicke) steht scheinbar machtlos einem Phantom gegenüber. Da auch die übrige Verbrecherwelt unter der erhöhten Polizei-Präsenz leidet, schließt sich die Unterwelt der Suche nach dem Mörder mit ihren Mitteln an. Unter Leitung des Schränkers, gespielt von Gustaf Gründgens, wollen sie den Mörder vor ihr Tribunal stellen und so ihre Vorstellung von Gerechtigkeit durchsetzen.

Verbrecherische Parallelgesellschaft

Was Altmeister Fritz Lang 1931 als Regisseur in einem der ersten deutschen Tonfilme wirkungsvoll in Szene setzte, steht am 14. März in der Theaterreihe A des Kulturamtes demnächst auf dem Programm in der Aula des Josef Albers-Gymnasiums. Am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel führte Markus Kopf nun in dieser Bühnenadaption Regie - für die er eigens einen zynischen Conférencier ein, der in seiner fast soziopathischen Art das Unbehagen verstärkt aber auch hilft, die Filmadaption näher an das Publikum heranzuführen. Im Grunde zeigt Kopf - wie auch sein großer Vorgänger Fritz Lang im Film - eine Art Parallelgesellschaft, die sich jenseits rechtsstaatlicher Autorität ihren eigenen Weg sucht. Vor allem aber bleibt die filmische Vorlage erkennbar. Aber auch die großen Themen Fritz Langs, Wie Schuld, Tod und Verantwortung, der man sich nicht entziehen kann, nimmt die Bühnenfassung des Films in packender Weise auf.

Auf dem Roman von Nicolas Barreau und dessen Verfilmung durch Regisseur Gregor Schnitzler 2014 basiert ein weiteres Stück der Theaterreihe: „Das Lächeln der Frauen“.

Darin spielt Hubertus Grimm am 23. Februar den Cheflektor eines Verlages, der unter Pseudonym die Geschichte der verlassenen Restaurantbesitzerin Aurélie - hier gespielt von Julia Stinshoff - als Roman herausbringt. Als Aurélie den Roman zufällig liest, erkennt sie sich in der Hauptfigur Sophie wieder - und wendet sich an den Verlag. Sie will den scheuen Autor kennen lernen . . . Es entwickelt sich ein Versteck-Karussell, dass die Handlung zwar in Gang hält, allerdings nicht immer klischeefrei daherkommt.

Gut gemacht, aber thematisch natürlich längst nicht so stark, wie „M - eine Stadt sucht einen Mörder“.

Beide Aufführungen finden jeweils um 19.30 Uhr in der Aula des Josef Albers-Gymnasiums, Zeppelinstraße 20, 46236 Bottrop, statt. Karten: Tel.: 02041-70 33 08.

Dirk Aschendorf

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