Künstlerin bringt Farbe in den Alltag

Eine eigene Handschrift zeichnet sich in Gabriele Wilmsens Kunstwerken ab, an der sich schnell erkennen lässt: diese Bilder entstammen dem Pinsel der Künstlerin aus Grafenwald. Der überwiegende Teil ihrer Ausstellungsstücke in der Bezirksverwaltung Kirchhellen ist in Pastelltönen gehalten, wirkt sanft und beruhigend und bringt Wärme in den Raum.

„Ja, ich bin gerade in meiner Pastellphase“, bestätigt die 63-jährige Künstlerin, die sich neben ihrem Beruf als Sozialpädagogin in Kunsttherapie weiterbildete und den Unterricht der Künstlerin Ulrike Int-Veen besuchte. „Pastell assoziiere ich mit Duftigkeit, mit Helligkeit und Licht“, erklärt sie. Wie Picasso hatte Wilmsen eine „blaue Periode“, dann eine rote. Auch die scheinen in ihren Bildern durch: in „Morgen“ und „Licht“ verlaufen Aquamarin-Wolken im gelbscheinenden Sonnenlicht, das vom pastellig-hellen Ton in knallige Farben übergeht. Vielleicht ist es auch Licht, das sich auf der Meeresoberfläche spiegelt – genau erkennen lässt sich das in den abstrakten Motiven nicht. Umso mehr Raum bleibt für die Fantasie.

„Vor einigen Jahren habe ich angefangen, nicht-gegenständliche Bilder zu malen. Das war wie ein Neuanfang für mich, weil ich vorher nur realistisch gemalt habe“, erklärt sie. Besonders angetan habe es ihr das Spiel mit den Farben. „Das Erleben der Farben, ihre Wirkung und Bedeutung, das Arbeiten mit Licht und Schatten, sind für mich eine Faszination ohne gleichen. Es ist eine lebendige Handlung, die alle Facetten des Lebens beinhaltet“.

Es fällt schnell auf, dass Kunst für Wilmsen mehr ist als ein Hobby. „Ich vergesse Zeit und Raum, wenn ich male. Es ist für mich eine Art Entspannung, die ich sonst im Leben nicht habe – im Beruf geht es ja immer darum, Ziele zu verfolgen“, sagt sie. Durch die Kunst sei sie in einer eigenen Welt. Trotzdem gelingt es ihr, beide Welten zu verbinden: „Mein Beruf als Sozialpädagogin hat wie die Kunst viel mit Sensibilität für andere zu tun, mit der Fähigkeit, Stimmungen aufzufassen und Gefühle zu interpretieren“.