Künstler schafft aus Schichten offene Bildräume

Adrian Eiserlo
Adrian Eiserlo
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Adrian Eiserlo stellt ab morgen im „jungen museum“ aus. Abstrahierung gefundener Gegenstände auf verschiedenen Materialien

Adrian Eiserlos Ausstellung beginnt mit einem ruhigen Rauschen. Dann folgen Schritte. Und plötzlich explodiert ein Knistern. Über Kopfhörer möchte der 31-Jährige die Besucher des „jungen Museums“ vom 5. Juni bis 2. Juli mit einem dreiminütigen Sounderlebnis an seine Werke heranführen. „Die Rezipienten sollen sich schrittweise in meine Gedankenwelt hineinfinden“, sagt er.

Denn Eiserlos undefinierbare, geschichtete Arbeiten entstehen aus einem langen Prozess, er vergleicht sie mit einem Evolutionsbaum, der die Verzweigungen verschiedener Arten zeigt. In der Ursuppe seines Schaffungsprozesses schwimmen meist gefundene Gegenstände. Im Falle seiner neuesten Ausstellung geht alles von einem Fotopapier aus.

Mit diesem alten Fotopapier ist er dann zu Beginn seines Arbeitsprozesses in den Wald und Produktionshallen gegangen, um zu sehen, wie es in unterschiedlichen Umgebungen wirkt. „Der Wald ist ein lebendiger Raum und die Halle ein Raum, den wir Menschen geschaffen haben. Ich als Künstler schaffe dann den Bildraum und gebe dem Objekt dort eine eigene Wirklichkeit.“ Eiserlo wirft die Gestalt des Fotopapiers mit Hilfe von Eddings, Folien, Kreppband und anderen Materialien auf mattes oder durchsichtiges Acrylglas, Leinen oder Papier. Es entstehen mehrere Schichten, ein Prozess vergleichbar mit Untermalungstechniken, die Eiserlo beim Studium an der Freien Kunstakademie in Essen lernte.

Künstler folgt seinen Intuitionen

Eiserlos Herangehensweise ist ein Wechselspiel zwischen Intuition und Bewusstsein. Seiner Intuition folgt er meist bei der Auswahl des Grundmaterials. „Das kann irgendein Überbleibsel sein, das seit langer Zeit in meinem Atelier in Wuppertal herumliegt“, sagt er. Andere ausgewählte Materialien lässt er dann bewusst darauf reagieren.

Aber auch seine bewussten Schritte möchte der geborene Mainzer nicht zu sehr erläutern. „Kunst darf nie erklärlich sein, außer sie ist gesellschaftskritisch“, sagt er. Wer zu viel erkläre, der verhindere, dass man sich der Kunst öffne. Eiserlo selbst verbindet Platons Ideenlehre mit seinen Werken. Und Sie?

Termine: Vernissage: Freitag, 5. Juni, 18 Uhr, Führungen für Gruppen donnerstags ab 18 Uhr, Führungen für Schulklassen montags bis freitags vormittags (nach Voranmeldung, 2,50 Euro pro Person), Meet the Artist: Donnerstag, 2. Juli, ab 18 Uhr.