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Künstler öffnet neue Klangräume

02.02.2016 | 11:00 Uhr
Künstler öffnet neue Klangräume
Werner Worschech ist seit zehn Jahren künstlerischer Leiter der Konzertreihe „Oberetöne vor Ort“ in der Martinskirche.Foto: WW

Bottrop.  Vor zehn Jahren begründete Werner Worschech die Reihe „Obertöne vor Ort“ in der Martinskirche. Das ungewöhnliche Format mit illustren Gästen geht weiter

Er spielte in Bands, vertonte die Texte des Arbeiterdichters Heinrich Kämpchen neu, schuf die Musik zum Film „Die Lebensgeschichte des Bergarbeiters Alfons S“, der vor fast 40 Jahren mit dem Grimme Preis ausgezeichnet wurde. Und mit der Formation „W. Werner & Die Berühmten“ mit Many Miketta war Werner Worschech nicht nur in der Bottroper Heimat bekannt.

Auf ungewöhnlichen Instrumenten

Irgendwann - es war so zu Anfang der 90er Jahre - stellte er für sich fest: „Worte haben oft keine Kraft mehr, können vielleicht auch nicht so viel bewegen, wie ich es gern gehabt hätte.“ Seither zog er sich mehr und mehr aus dem bisherigen Alltagsgeschäft zurück und beschäftigte sich nahezu ausschließlich mit der Obertonmusik. Seither ist seine Welt die des Klanges - egal, ob in der Erforschung des Phänomens, als Therapeut oder natürlich als Künstler. Für sein Spiel auf dem Gong ist er berühmt, mit dem Monochord, einem archaisch klingenden Saiteninstrument, ist er ebenfalls regelmäßig zu erleben.

Bereits damals entstand die Idee zu einer Musikreihe. Mit einigen Kollegen setzte er sich zusammen. „Gemeinsam überlegten wir, wie man den nicht gerade üppigen Mitteln, über die wir verfügten, so etwas aufziehen könnte“, erinnert sich Worschech. Und so entstanden vor nunmehr zehn Jahren die „Obertöne vor Ort“, die seitdem regelmäßig die evangelischen Martinskirche zum Klingen bringen.

„Es ist bis heute ein Modell aus vier Säulen“, sagt Worschech, der sich selbst als Klangkünstler bezeichnet. Die Gemeinde, die den Raum stelle, die Künstlerkolleginnen und -kollegen, er selbst als Organisator und das Publikum, das sich mit dieser durchaus speziellen Kunst auseinandersetze und - im Idealfall - den Erhalt der Reihe durch seinen Beitrag absichere.

Da das im Kunst- und Konzertbereich nur selten der Fall ist, ist Worschech froh, bei größeren oder besonders hochkarätig besetzten Abenden - wie jetzt zum Beispiel mit dem Duo „Moving Sounds“ mit der Klarinettistin Tara Bouman und dem Trompeter Markus Stockhausen - auf Unterstützung des Kulturamtes, der Egon Bremer-Stiftung oder auch der Unternehmerin Barbara von Trümbach setzen zu können. „Es ist aber immer wie ein Ritt auf der Klinge, auch wenn wir von den Besuchern jetzt vor jedem Konzert eine Spende ab zehn Euro als Eintritt erwarten“, so der Kurator der Konzertreihe.

Aber Werner Worschech ist zuversichtlich, dass diese ebenso anspruchsvolle wie für die Hörer auch entspannende Reihe auch nach zehn Jahren weiter Neues zu bieten hat - und weiter besteht.

Bei der nächsten Ausgabe der Reihe „Obertöne vor Ort“ ist das Duo „Moving Sounds“ mit Tara Bouman und Markus Stockhausen zu Gast in der Martinskirche am Pferdemarkt, 46236 Bottrop.
Am Freitag, 19. Februar, sind die Klarinettenvirtuosin Tara Bouman und der Ausnahmetrompeter und musikalische Grenzgänger Markus Stockhausen um 19.30 Uhr zu erleben. Eintritt ab einer Spende von 10 €.

Dirk Aschendorf

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2016-02-02 11:00
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