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Küchendunst löst Feueralarm aus

08.01.2016 | 09:00 Uhr
Küchendunst löst Feueralarm aus
Hans Lux (li.) ist bei der Feuerwehr zuständig für die Brandmeldeanlagen. Bestandteil der Anlagen sind Schlüssel und Laufkarten von Gebäuden.Foto: Labus

Bottrop.   WAZ-Leser wundert sich über Vielzahl der Feuerwehr-Einsätze an der Flüchtlingsunterkunft Körnerschule. Brandmelder wurden nun umprogrammiert.

Über regelmäßige Feuerwehreinsätze im Flüchtlingsheim an der Walter-Spindler-Straße wundert sich ein WAZ-Leser. Er hatte beobachtet, dass wiederholt ein Löschzug zur ehemaligen Körnerschule ausrückt und dann unverrichteter Dinge wieder abfährt.

Eine Nachfrage bei der Feuerwehr ergab, dass die Retter zuletzt tatsächlich häufiger zur Körnerschule ausrücken mussten. Elfmal waren sie seit Anfang Oktober in der Boy. Alle Einsätze entpuppten sich jedoch als Fehlalarme, wie Franz-Josef Borgmann sagt, bei der Feuerwehr verantwortlich für den vorbeugenden Brandschutz. Seit dem 28. Oktober ist die Brandmeldeanlage dieser Unterkunft direkt bei der Feuerwehr aufgeschaltet. Das wurde erforderlich, als immer mehr Menschen die Schule bewohnten.

Löst die Anlage aus, geht der Alarm direkt durch zur Leitstelle, und der Löschzug rückt aus. Die Technik habe allerdings ihre Tücken, weiß Borgmann. In der Küche seien zwar nur thermische Melder verbaut, die auslösen, wenn die Temperatur unter der Decke 68 Grad überschreitet. Im angrenzenden Flur und im Essraum seien jedoch auch optische Melder angebracht. Die reagieren auf Rauch.

„Die dortigen Bewohner kochen anders als wir“, sagt Borgmann. Es werde kräftiger gegart, so entstehe mehr Dampf als gewohnt, was den Alarm auslöse. „Am Montag war der Kollege Hans Lux gemeinsam mit Mitarbeitern von Bosch vor Ort, um die Anlage umzuprogrammieren“, sagt Borgmann. Die betroffenen Melder wurden umgestellt auf „Disco-Betrieb“ – angelehnt an den künstlichen Nebel in manchen Diskotheken sind sie jetzt nicht mehr so empfindlich. „Wir hoffen, dass es damit besser wird.“

n der Körnerschule in der Boy leben Flüchtlinge Foto: Heinrich Jung

Dass Brandmeldeanlagen auslösen, die Feuerwehr am Ende aber umsonst ausrückt, ist keine Seltenheit. Rund 125 solche direkt zur Leitstelle aufgeschalteten Systeme gibt es in der Stadt – etwa in Kaufhäusern, Veranstaltungshallen, Krankenhäusern oder Altenheimen. Bis vor einigen Jahren galt die Anlage im Movie Park als sehr anfällig, das habe sich inzwischen eingespielt. Dennoch bekomme die Feuerwehr noch rund 20mal von dort einen Alarm, so Borgmann. Für jedes auf diese Art gesicherte Objekt gibt es eine verpflichtende Alarm- und Ausrückeordnung. Sie regelt, ob die Berufsfeuerwehr allein ausrückt, die Kräfte aus der Kirchhellener Wache mit alarmiert werden oder eine Freiwillige Feuerwehr mitgeschickt wird. „Es kommt immer auf das Gebäude an. Bei einem Krankenhaus zum Beispiel brauchen wir viel mehr Kräfte“, erklärt Borgmann das Vorgehen.

Weil jeder Alarm ein Ernstfall sein könnte, wird das entsprechende Protokoll penibel beachtet: Die Feuerwehr rückt an, und vor Ort entscheidet der Einsatzleiter über das weitere Vorgehen. Kann Fahrlässigkeit nachgewiesen werden, etwa weil Teilbereiche bei staubigen Arbeiten nicht abgeschaltet wurden, kostet ein solcher Einsatz den Betreiber der Anlage 670 Euro. Allerdings: Die Flüchtlingsunterkunft wird von der Stadt betrieben.

Aktuell ist die Körnerschule das einzige Flüchtlingsheim mit einer direkt aufgeschalteten Brandmeldeanlage. In Heimen mit Sicherheitsdienst und Betreuern reicht eine interne Anlage aus.

Matthias Düngelhoff

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Küchendunst löst Feueralarm aus
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2016-01-08 09:00
Bottrop