Kraftfahrer sollen in Bottrop langsamer fahren

Auf der Straße „Am Quellenbusch“ in Vonderort soll nicht nur hier, sondern komplett Tempo 30 gelten. Auch Mittelinseln und Zebrastreifen sollen zur Verkehrsberuhigung beitragen.
Auf der Straße „Am Quellenbusch“ in Vonderort soll nicht nur hier, sondern komplett Tempo 30 gelten. Auch Mittelinseln und Zebrastreifen sollen zur Verkehrsberuhigung beitragen.
Foto: FUNKE Foto Services
Als erstes soll die Straße „Am Quellenbusch“ in Vonderort zur Tempo-30-Zone werden. Doch da droht schon der erste Streit: Die Vestische befürchtet, dass ihre Busse nicht mehr zügig fahren können.

Kraftfahrer sollen langsamer durch Bottrop fahren. Um das Klima zu verbessern und die Lebensqualität der Anwohner zu erhöhen, setzt die Stadt nämlich auch auf die Entschleunigung des Kraftfahrzeugverkehrs. Dazu will sie weitere Tempo-30-Zonen ausweisen und in die Straßen verkehrsberuhigende Elemente einbauen.

„Wir wollen das so, das ist unser Ziel“, bekräftigt SPD-Ratsherr Rüdiger Lehr, Vorsitzender im Verkehrsausschusses des Rates. Wie berichtet, will die SPD daher das Netz der Vorrangstraßen überprüfen und solche Strecken herauslösen, die diese Funktion nicht mehr haben. Die Bezirksvertretungen hätten dann freiere Hand für die Ausweisung neuer Tempo-30-Zonen. Allerdings wird es noch einige Monate dauern, bis das soweit ist.

Keine Vorrangstraße mehr

Zur Probe aufs Exempel wird allerdings wegen des dringend erforderlichen Ausbaus schon jetzt die Straße „Am Quellenbusch“ in Vonder-ort. Die 1060 Meter lange Straße soll komplett zur Tempo-30-Zone werden. Die Stadt sieht die Achse, die in die Vonderorter Wohngebiete führt, nicht länger als Vorrangstraße an. Schon gibt es Zwist mit der Vestischen, die befürchtet, dass die Busse auf ihrer Linie 264 nicht zügig genug fahren können. Einen Ausweg aus dem Konflikt will heute der Verkehrsausschuss des Rates finden. Dabei fahren die Busse auf der Achse ohnehin kein Tempo 50. Sie erreichen nach Angaben der Stadtverwaltung im südlichen Straßenabschnitt nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 29 Stundenkilometern und fahren im nördlichen Teil etwa Tempo 43. Denn die Busse steuern auf der Achse entlang an der Grundschule, der Kindertagesstätte und Seniorenwohnungen in Vonderort ziemlich viele Haltestellen an. Eine Verringerung der Haltestellen kommt für die SPD aber ohnehin nicht in Frage, und bei der anstehenden Erneuerung der Straße sieht die Bauverwaltung in Höhe von Schule und Kita sowie für die neue Seniorenwohnanlage an St. Suitbert den Einbau von Mittelinseln vor. Dort werden demnach auch die Fahrbahnen in beiden Richtungen zwischen zwei und drei Meter schmaler sein als im sonstigen Straßenzug. Außerdem sind in Höhe der Straße „In der Schanze“ und in Höhe des Sebastian-Kneipp-Weges neue Zebrastreifen geplant.

Mehr Grün am Straßenrand

Gut 1,77 Millionen Euro lässt sich die Stadt die Erneuerung der Achse durch Vonderort kosten. Nach dem Neubau der Straße werden den Anwohnern insgesamt 146 Stellplätze in den Parkstreifen zur Verfügung stehen: ein Drittel davon südlich der Straße „Am Wienberg“, zwei Drittel nördlich davon. Zwar müssen die Straßenbauer 44 Bäume fällen lassen, doch als Ausgleich dafür wird die Stadt fast doppelt so viele Straßenbäume neu anpflanzen lassen.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE