Kostenlos ins Parkhaus am Bottroper Bahnhof

Im Parkhaus am Bahnhof können Pendler ab Juli kostenlos parken.
Im Parkhaus am Bahnhof können Pendler ab Juli kostenlos parken.
Foto: Dirk Bannert
Was wir bereits wissen
Pendler und Studenten können ab Juli frei parken. SPD trägt den Deal mit dem Verkehrsverbund mit. Auch die CDU ist dafür.

Bottrop.. Kostenfrei können Pendler und Studenten ab Juli im Parkhaus am Hauptbahnhof ihre Fahrzeuge abstellen. Der Rat wird dafür voraussichtlich in zwei Wochen sein Okay geben. Bis Ende 2016 gewährt die Stadt Autofahrer dann Freiparken im Bahnhof-Parkhaus.

Dass dies auch Folgen haben könnte, die nicht erwünscht sind, machte SPD-Ratsherr Rüdiger Lehr jetzt anhand eines Beispiels aus seiner Familie klar. Bisher sei sein Sohn mit dem Fahrrad zum Bahnhof gefahren, um dort dann in Busse oder Bahnen einzusteigen. Jetzt aber sagte ihm Lehr junior: „Wenn das Parken da kostenlos wird, kann ich ja mit dem Auto hinfahren“.

Unerwünschte Nebeneffekte

Solche Nebeneffekte sind selbstredend nicht beabsichtigt, zumal auch befürchtet wird, dass außer dem Umstieg vom Rad ins Auto auch Autofahrer vom nahen Pendlerparkplatz an der Autobahn demnächst ihre Fahrzeuge lieber im Parkhaus abstellen werden. Das gefiele auch der CDU nicht, dennoch begrüßt sie ausdrücklich den Freiparken-Vorstoß von Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD). „Das ist eine gute Sache“, sagte CDU-Sprecher Frank Kien. Solche Freude ist in der SPD eher nicht auszumachen. So sagte SPD-Verkehrssprecher Franz Ochmann ziemlich verhalten: „Wir können das mittragen“.

Millionenrückforderung

Doch für die Stadt dürfte die Freiparken-Aktion im Pendler-Parkhaus zu einem recht guten Geschäft werden - vorausgesetzt sie erreicht damit nun eine Pendlerauslastung von 80 Prozent in der Park-and-Ride-Anlage. Zwar verzichtet die Stadt bis Ende 2016 auf Einnahmen von gut und gerne 56 000 Euro, doch das Land wird ihr bisher noch nicht bezahlte 240 000 Euro überweisen, wenn sie die vereinbarte 80-Prozent-Quote erfüllt.

Außerdem ist auch noch ein Rechtsstreit zwischen der Stadt und dem Verkehrsverbund Rhein Ruhr über dessen Millionenforderung anhängig. Über 2,2 Millionen Euro an Zuschüssen verlangt der VRR von der Stadt zurück, weil auch zwei Jahre nach Eröffnung des Parkhauses vor nicht ganz neun Jahren nicht genug Pendler ihre Kraftfahrzeuge in dem Parkhaus abstellten.

Außergerichtlich

Die Stadt, die gegen diese Forderung klagt, setzt mittlerweile auf eine außergerichtliche Einigung mit dem VRR und hofft so, um die Millionenzahlung herumzukommen. Dazu ist auch das NRW-Verkehrsministerium in die Gespräche mit dem VRR eingebunden.